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Neue Wege in der Berufsbildungszusammenarbeit

Auszubildender bei Arbeit mit Blick über die Schulter

Die familiengeführte Odenwälder Kunststoffwerke Gehäusesysteme GmbH (OKW)-Gruppe ist dabei, ihr Ausbildungs- und Fachkräftekonzept auf die Republik Moldau auszuweiten Ivo Runge, Business Scout for Development an der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe, hat OKW dabei unterstützt, ihre Azubis im Rahmen eines deutsch-moldauischen Ausbildungsprogramms für sechs Monate nach Deutschland zu holen. 

Zur OKW- Gruppe aus Buchen gehören mehrere mittelständische Unternehmen, die in den Bereich Spritzguss, Metall- und Kunststoffverarbeitung spezialisiert sind. Vor einem Jahr wurde in der Republik Moldau eine Tochterfirma gegründet und verschiedene Investitionspotentiale in Moldau erkundet. Für die erfahrenen Berufsausbildungsbetriebe der Gruppe stellt das neue deutsch-moldauische Pilotprojekt eine interessante Erweiterung dar, technisches Wissen nun auch auf internationalem Level weiterzugeben. Moldauische Auszubildende für das Ausbildungsprogramm zu finden, war nicht schwer; Dan Grecu ist einer von ihnen. „Ich will eine gute Zukunft erreichen, und mir gefällt die Arbeit im gewerblich-technischen Bereich“, erklärt er seine Motivation. Aber die duale Ausbildung steckt in Moldau noch in den Kinderschuhen, und den betrieblichen Teil der Ausbildung wollte OKW gerne in den Produktionsfirmen in Deutschland durchführen. 

Wie das rechtlich und organisatorisch funktionieren kann, fragte Nadja Schneider, welche das Programm initiiert hat und in der Gruppe koordiniert, die IHK Rhein-Neckar – und die wandte sich an die IHK Karlsruhe, die mit Runge über einen Fachmann für derartige Fragen verfügt. „Es galt, die Zustimmung mehrerer deutscher Behörden einzuholen und Visa für die Azubis zu organisieren“, erklärt der Business Scout for Development, dessen Aufgabe es ist, Unternehmen bei ihrem Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern zu beraten. Während grenzüberschreitende Ausbildung für deutsche Azubis schon länger – und seit 2018 auch in Ländern außerhalb der EU – möglich sei, stelle der umgekehrte Weg Neuland dar.

Auszubildender bei der Arbeit mit Ohrschützern
Auszubildender Grecu Dan aus Moldau bei der Arbeit

Hilfe von GIZ und AHK

Für die Umsetzung holte Runge die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die in Moldau unter anderem in der dualen Berufsbildung aktiv ist, ebenso ins Boot wie die Auslandshandelskammer (AHK) Rumänien, die auch für das Nachbarland Moldau zuständig ist. „Die AHK hat zum Beispiel bestätigt, dass die Berufsschule in Moldau, an der die Azubis ausgebildet werden, staatlich anerkannt ist“, sagt Runge. „Das war wichtig für die Anerkennung durch die Agentur für Arbeit.“ Auch die Pandemie stellte eine Herausforderung dar: „Ursprünglich sollten die jungen Leute zweimal für jeweils drei Monate für ein Praktikum nach Deutschland kommen. Doch wegen Corona wurden die Visa-Regeln geändert, der Aufenthalt muss nun mindestens sechs Monate dauern.“ Das Ausbildungsprogramm wurde also entsprechend umgestaltet und schließlich alle behördlichen Anforderungen erfüllt. 

Im September 2021 konnten die sieben OKW-Azubis einreisen und praktische Erfahrung in den verschiedenen Firmen der Gruppe sammeln – rund ein halbes Jahr später als geplant. „Die Ausbildung insgesamt hat sich aber nicht verzögert, es wurden einfach Teile in Moldau vorgezogen“, so Runge. Er geht davon aus, dass dem Pilot-Jahrgang in den nächsten Jahren weitere folgen werden. Dan Grecu ist mit dem grenzüberschreitenden Programm und seinem Praktikumsbetrieb derOdenwälder Kunststoffwerke Gehäusesysteme GmbH sehr zufrieden: „Nach der Ausbildung möchte ich innerhalb von OKW eine Weiterbildung machen.“

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Spezialistin für Kommunikation
Business Scouts for Development Programm
+ 49 (0) 6196 794639

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Berater für Bildung und Qualifizierung 
Agentur für Wirtschaft & Entwicklung 
+49 30 726256-96
 

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