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Einkäufer-Workshop zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte

Welche Relevanz hat die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für das Lieferkettenmanagement? Und wie lässt sich im Einkauf das Thema nachhaltige und faire Beschaffung pragmatisch umsetzen? Komplizierte Fragestellungen, mit denen sich ein vom NAP Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte organisierter Workshop am 28. August 2019 in Frankfurt am Main befasste. 

Der Workshop zum Thema „Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP): Erwartungen der Bundesregierung und Lösungsansätze für Einkäufer“ fand im Rahmen des 1. BME Sustainability Summit, einer Nachhaltigkeitstagung des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), statt. Der Teilnehmerkreis von etwa 30 Personen bestand zum Großteil aus Einkäuferinnen und Einkäufern aus zumeist größeren Unternehmen unterschiedlicher Branchen wie beispielsweise Chemie, Automobil, Lebensmittel, Finanzdienstleistungen und IT. 

Das vorrangige Ziel der Veranstaltung war, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen ersten Einstieg in den Themenkomplex nachhaltige Beschaffung zu gewähren. Moderiert wurde der Workshop von Malte Drewes, Berater des NAP Helpdesk. Darüber hinaus gab Jenny Ohme vom NAP Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte einen Überblick über die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern und informierte zu aktuellen politischen Entwicklungen zum NAP Monitoring.  

Das interaktiv gestaltete Format – das als informeller Austausch unter Chatham House Rule konzipiert war – bot viel Raum für Peer-to-Peer Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu diversen Fragestellungen rund um die Integration von Umwelt-, Sozial-, Menschenrechts- und Governance-Themen in Beschaffungsstrategien. In Gruppenarbeitszeiten wurde unter anderem diskutiert, wie Risiken entlang der Lieferkette erkannt und priorisiert werden können und wie das Nachhaltigkeitsmanagement bei Zulieferern verbessert werden kann.

Lieferanten-Mappings, neue Technologien und die Verankerung von Menschenrechten in Lieferverträgen als effektive Umsetzungsmöglichkeiten

Es wurde betont, dass eine offene und vertrauliche Kommunikation zwischen Lieferant und Einkäufer eine zentrale Voraussetzung sei, um die tatsächlichen Risiken entlang der Lieferkette zu verstehen und effektive Maßnahmen umzusetzen. Ein Lieferanten-Mapping kann ein erster wichtiger Schritt bei der Risikoanalyse sein. Neue Technologien (z.B. Blockchain) und Rating-Tools zudem können helfen, um die vorgelagerte Lieferkette besser zu erfassen und damit transparenter zu machen. In einem nächsten Schritt können Selbstauskünfte der Zulieferer beispielsweise durch Checklisten in Kombination mit Audits und vor Ort Überprüfungen genutzt werden, um sich ein möglichst komplettes Bild der Lage zu verschaffen. 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, darauf aufbauend Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Zunächst lohnt eine Analyse des jeweiligen Beschaffungsvolumens, um die Schlüssellieferanten zu identifizieren. Mithilfe von Compliance Checks und vertraglichen Vereinbarungen kann die Nicht-Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards sanktioniert werden. Darüber hinaus können Unternehmen auch durch positive Anreizsysteme wie beispielsweise Lieferanten-Qualifizierung oder längerfristige Lieferbeziehungen Verbesserungen bewirken.

Im Nachgang des Workshops wurde ein Infopaket mit einer Zusammenfassung der Diskussion und weiteren Links zum Thema erstellt. Das Infopaket können Sie hier herunterladen.

Der NAP Helpdesk als Ansprechpartner für Unternehmen und Verbände

Der NAP Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte in der AWE unterstützt Unternehmen bei Fragen zu Umwelt- und Sozialstandards, menschenrechtlicher Sorgfalt und nachhaltigen Lieferketten. Falls Sie Interesse an einer Beratung oder unseren nächsten Veranstaltungen haben, wenden Sie sich gerne per Email an oder telefonisch an +49 30 72 62 56 95, oder +49 30 72 56 96.  Weitere Informationen zu unserem Angebot finden Sie auch hier.

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