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Interview mit Peter Failer

Im Gespräch

AWE: Herr Failer, die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) ist eine UN-Sonderorganisation mit Büros in 47 Ländern, die eine nachhaltige industrielle Entwicklung fördern. Wie muss man sich die Arbeit im deutschen Büro der UNIDO vorstellen?

Failer: Das im Mai 2017 gegründete Büro für Investitions- und Technologieförderung in Deutschland (ITPO Germany) dient als Anlaufstelle für die deutsche Wirtschaft und Politik. Es fördert Industriekooperationen zwischen Deutschland und Entwicklungs- und Schwellenländern. Insgesamt unterhält UNIDO neun solcher Büros weltweit – darunter in Italien, Russland, Nigeria, Bahrain, Japan, Südkorea und China. Das deutsche Büro arbeitet eng mit den anderen ITPOs sowie mit den 47 Regional- und Länderbüros der UNIDO in Afrika, Europa, Asien und Lateinamerika zusammen. Zugleich unterstützt das ITPO Germany auch Unternehmen aus Entwicklungs- und Schwellenländern dabei, Zugang zu deutschen Investitionen und Technologien zu erhalten. Mit seiner Lage auf dem UN-Campus in Bonn arbeitet es zudem eng mit anderen UN-Organisationen und Programmen zusammen, beispielsweise im Bereich Klimaschutz, Gesundheit oder Berufsbildung. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Förderung einer nachhaltigen und umweltgerechten Wirtschaftsentwicklung.

AWE: Deutsche Unternehmen zählen zu den Vorreitern, wenn es um innovative technische Lösungen von der Energieversorgung über die Umwelttechnik bis hin zu Mobilität geht. Welche Möglichkeiten können Sie solchen Unternehmen bieten, die in Entwicklungs- und Schwellenländern neue Märkte erschließen und eine nachhaltige Wirtschaftsstruktur schaffen wollen?

Failer: Wir unterstützen deutsche Unternehmen dabei, Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren und potenzielle Geschäftspartner in Schwellen- und Entwicklungsländern zu finden. Des Weiteren können wir Kontakte zu lokalen Behörden oder Institutionen herstellen, um deutschen Unternehmen den Markteintritt zu erleichtern. Zudem setzt UNIDO mehr als 800 eigene Projekte der technischen Zusammenarbeit mit einem Gesamtprojektvolumen von mehr als 464 Mio. Euro in den Partnerländern um. Hierbei bieten sich für deutsche Unternehmen vielfältige Chancen für Exporte, Investitionen oder bei der Fachkräftesuche, insbesondere in den Sektoren Energie, Umwelt und Landwirtschaft. Dabei erfüllen wir als ITPO eine Beratungsfunktion. Besonders gute Möglichkeiten bieten sich im Rahmen spezieller Länderpartnerschaftsprojekte, der Partnership Country Programmes (PCPs), wie sie mit Äthiopien, Peru und dem Senegal bestehen.

AWE: Am 31.Mai 2018 haben Sie und Frau Franke-Wöller eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, welches die Zusammenarbeit beider Organisationen stärken soll. Wie genau soll diese Kooperation aussehen?

Failer: Die AWE und das ITPO Germany sind beide Ansprechpartner für deutsche Unternehmen, die sich in Entwicklungs- und Schwellenländern engagieren wollen. Die Kooperation stellt sicher, dass die Organisationen hierbei Synergien schaffen, um deutsche Unternehmen bestmöglich bei ihrem Engagement zu unterstützen. Die Berater werden sich hierfür unter anderem zu Anfragen austauschen, gemeinsame Veranstaltungen durchführen sowie die Netzwerke und das Know-how beider Organisationen in bestimmten Ländern und Sektoren nutzen.

AWE: Welche Vorteile ergeben sich dadurch für deutsche Unternehmen?

Failer: Für deutsche Unternehmen – insbesondere für klein -und mittelständische Unternehmen – bietet sich hierdurch der Vorteil, dass sie die für sie passendsten und attraktivsten Unterstützungsleistungen erhalten. Beide Organisationen beraten die Unternehmen dadurch sowohl zu Möglichkeiten, die sich durch Fördermöglichkeiten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) bieten als auch zu denen, die sich über das UNIDO ITPO Germany ergeben. Darüber hinaus wird die Suche nach lokalen Geschäftspartnern erleichtert. Zudem können so Förderinstrumente der deutschen EZ, wie beispielsweise das develoPPP.de-Programm oder Finanzierungen der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), mit Programmen der UNIDO kombiniert werden.

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