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Investitionen für Beschäftigung: Interview mit Helmut Gauges (KfW)

Im Gespräch

Investieren in Afrika: Chance für Unternehmen? Der Kontinent bietet zweifelsohne eine Reihe von Vorzügen. Während die Märkte in den Industrienationen zunehmend gesättigt sind, ist der Bedarf in Afrika riesig. Die Bevölkerung in Afrika wächst rasant, das Potenzial vieler Märkte ist groß. Dieses hohe Bevölkerungswachstum ist Chance und Risiko zugleich. Bis 2050 wird sich die Einwohnerzahl von Subsahara-Afrika auf mehr als 2,5 Milliarden mehr als verdoppeln. Pro Jahr werden derzeit 25 Millionen neue Arbeitsplätze benötigt.

Investitionen in Afrika werden dringend gebraucht, um den Menschen eine Zukunftsperspektive in Form eines Arbeitsplatzes zu bieten. 
Unter der Marke Invest for Jobs hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Reihe von Angeboten für Unternehmen gebündelt, um deutsche, europäische und afrikanische Unternehmen bei ihrem Engagement in Afrika zu unterstützen. 

Mithilfe einer Fazilität fördert die KfW-Entwicklungsbank unternehmerisches Engagement in ausgewählten afrikanischen Ländern. Zu diesem Zweck wurde die Investitionen für Beschäftigung GmbH gegründet.

Hierzu war die AWE im Gespräch mit Herrn Helmut Gauges, Mitglied der Geschäftsbereichsleitung / Subsahara Afrika in der KfW Entwicklungsbank. 

AWE: Welches Ziel wird über die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung (Invest for Jobs) und über die regionale Fazilität der KfW verfolgt?

Gauges: Das entwicklungspolitische Ziel der Sonderinitiative ist es, gemeinsam mit Unternehmen in den Partnerländern viele Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze zu schaffen und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Programme gibt es aktuell in Ägypten (in Vorbereitung), Äthiopien, Côte d’Ivoire, Ghana, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien.
Die KfW Entwicklungsbank hat im Rahmen der Sonderinitiative die Investitionen für Beschäftigung GmbH gegründet. Als unternehmensnahes und flexibles Finanzierungsinstrument stellt die Fazilität Fördermittel bereit, um bedarfsorientiert Investitionshemmnisse abzubauen.  Hürden für die Schaffung von besseren und zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft werden somit beseitigt. Beispiele sind Bau und Ausstattung von Ausbildungszentren, Investitionen in Industriepark-Infrastruktur wie Zufahrtsstraßen oder Stromversorgung, der Ausbau von Produktionskapazitäten oder die Verbesserung von Wertschöpfungsketten bei Zulieferern.

AWE: Was sind die zentralen Maßnahmen der Investitionen für Beschäftigung GmbH?

Gauges: Die Fazilität vergibt ihre Investitions-Zuschüsse über transparente Wettbewerbsrunden (Calls for Proposals). Private und öffentliche Partner aus Afrika, Deutschland und Europa können hierbei ihre Ideen einreichen. Denn sie wissen am besten, welche konkreten Investitionen getätigt werden müssen, um zusätzliche und bessere Arbeitsplätze in den ausgewählten Partnerländern schaffen zu können - das zeigen auch die spannenden und innovativen Vorschläge, die wir bisher erhalten haben. Die Entscheidung, welche Projekte gefördert werden, erfolgt bei diesem nachfrageorientierten Verfahren auf der Basis transparenter Förderkriterien. Investitionsprojekte mit den besten Erfolgsaussichten auf die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze werden so zielgerecht gefördert.

Mithilfe der Investitionen für Beschäftigung GmbH sollen Hürden für die Schaffung von zusätzlichen und besseren Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft beseitigt werden.

AWE:  Wer profitiert besonders von der Fazilität? 

Gauges: Die Wettbewerbe stehen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und staatlichen Partnern offen. Wir freuen uns, dass die Fazilität so gut angenommen wird. In den bisherigen Calls for Proposals gingen bereits Hunderte von Projektansätzen aus ganz unterschiedlichen Sektoren ein. Was die vielen beeindruckenden Ideen eint, ist das Ziel der Schaffung von Arbeitsplätzen. 

AWE:Wie sieht die Unterstützung konkret aus?

Gauges: Kurz gesagt: Investitionen für Beschäftigung bietet Zuschüsse zwischen 1 und 10 Millionen EUR pro Investitionsprojekt. Dabei wird immer ein Eigenanteil der Projektpartner erwartet – je nach Projekttyp liegt dieser zwischen 10 und 75%. 

AWE:Gibt es spezielle Voraussetzungen, die Unternehmen erbringen müssen?

Gauges: Wir suchen ausgereifte Investitionsprojekte, die zielgerichtet und rasch eine möglichst hohe Zahl von neuen Jobs schaffen. Dazu braucht es in jedem Fall einen starken Partner vor Ort. Und natürlich unterliegt auch diese Förderung den europäischen Beihilferegeln. Detaillierte Informationen bieten die Webseiten der Sonderinitiative, ebenso zu den Terminen der aktuellen Wettbewerbsrunden in den Partnerländern der Sonderinitiative. Wir freuen uns jedenfalls auf viele gute Projektvorschläge, die mit ihren Investitionen zu mehr Beschäftigung in Afrika führen. 

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