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Agrar- und Ernährungswirtschaft: Mit tunesischen Partnern

Große Nachfrage nach Agrarprodukten und Lebensmitteln in Subsahara-Afrika

Großes Investitionspotenzial für deutsche Unternehmen: Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum in Subsahara-Afrika liegt bei 6 %, bei einer rasch steigenden Kaufkraft. Gerade in der Agrar- und Ernährungswirtschaft und in mit ihr verwandten Wirtschaftszweigen herrscht auf dem afrikanischen Kontinent eine immense Nachfrage. Für deutsche Unternehmen können Firmen aus Nordafrika und insbesondere Tunesien, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder vertreiben als Hub für subsaharische Märkte dienen. Die tunesische Wirtschaft kann deutschen Unternehmen dabei zu einem einfacheren Zugang zu Märkten in Subsahara-Afrika verhelfen. Denn Unternehmen aus Deutschland profitieren bei einer Partnerschaft von innerafrikanischen Handelsabkommen, der kulturellen Nähe Tunesiens zum südlichen Afrika, Erfahrungen im Exporthandel mit Subsahara-Afrika und bestehenden Exportkonsortien in der Branche. 

Mit Taste Tunisia gezielt und effizient neue Märkte erschließen

Das tunesische Exportkonsortium Taste Tunisia verbindet um die zehn etablierte Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette des Agrar- und Ernährungssektors. Sie haben sich mit Blick auf die hohe Nachfrage nach Agrarprodukten und Lebensmitteln in Subsahara-Afrika und die Stärke der tunesischen Agrar- und Ernährungsbranche in einem Konsortium organisiert. Zum einen produzieren und verarbeiten die Firmen Lebensmittel wie süße und salzige Backwaren und Snacks, Teigwaren wie Nudeln und Couscous oder auch Olivenöl. Zum anderen sind Hersteller von Anlagen und Geräten für den Agrar- und Ernährungssektor Teil von Taste Tunisia. Die Konsortialunternehmen verfolgen das gemeinsame Ziel, die Marktpräsenz tunesischer Produkte aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft in afrikanischen Märkten zu stärken. Das erreichen sie durch die Nutzung von Synergien, Wissens- und Best-Practice-Austausch und die Förderung des Labels Made in Tunisia. Die Mitglieder sind auf der Suche nach Partnerschaften mit deutschen Unternehmen aus dem Sektor und verwandten Bereichen, die Märkte in Subsahara-Afrika erschließen wollen. Die gemeinsame Markterschließung Subsahara-Afrikas durch eine Partnerschaft mit einem tunesischen Unternehmen bietet verschiedene Vorteile: Denn das Konsortium erhöht die Produktivität der beteiligten Unternehmen, stärkt das Wertversprechen und optimiert die Vermarktung und den Vertrieb. Außerdem orientiert sich die Unternehmensverbindung am Industriecluster-Ansatz, damit die Wettbewerbsfähigkeit aller beteiligten Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette gestärkt wird. 

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft - eine starke und etablierte Branche in Tunesien

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft gehört in Tunesien zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes. Die Branche steuert 7 % zum nationalen Bruttoinlandsprodukt bei und ist damit der drittgrößte Wirtschaftssektor des nordafrikanischen Landes. Es existieren über 1.000 Unternehmen, die mehr als 10 Arbeitnehmer*innen beschäftigen. Ein Fünftel dieser Unternehmen exportiert die Erzeugnisse komplett ins Ausland. Der größte Anteil an der tunesischen Agrar- und Ernährungswirtschaft hat mit knapp einem Drittel die Produktion von Ölen und Fetten, gefolgt von der Herstellung und Verarbeitung von Getreiden und damit verbundenen Nebenprodukten. Die Exporte aus dem Sektor machten 2017 rund 11 % des tunesischen Außenhandels aus und stiegen auf etwa 1,2 Milliarden Euro. Tunesische Produkte sind im Ausland beliebt, weil sie nicht nur durch Qualität überzeugen, sondern auch internationalen Standards gerecht werden und dank geringer Produktionskosten preiswert eingekauft werden können. Diese Vorteile eröffnen nicht nur Chancen für Exporte in westliche Märkte, sondern auch nach Subsahara-Afrika. Darüber hinaus gilt Tunesien als anerkannter Hersteller biologischer Produkte, beispielsweise von Olivenöl, Datteln, Wein und Pflanzen. 

Ein Unternehmen des Konsortiums Taste Tunisia ist Céréalis mit Sitz in der tunesischen Hauptstadt Tunis. Das Unternehmen aus der Getreidewirtschaft wurde im Jahr 2003 gegründet und beschäftigt inzwischen 72 Angestellte. Mit der Herstellung und Vermarktung von Snacks, Chips, Appetithäppchen und ähnlichen Produkten setzt das Unternehmen jährlich rund 6 Millionen Euro um, davon generiert Céréalis etwa 200.000 Euro durch Exporte. Mit seiner breiten Produktpalette ist das Unternehmen in Tunesien Marktführer im Snackbereich. Céréalis verfügt über moderne Produktionsanlagen, exklusive Rohstoffe und einen fortschrittlichen Marketingansatz. Das Unternehmen, das in Subsahara-Afrika vor allem in Gabun aktiv ist, sucht nach einem deutschen Kooperationspartner, der in der Herstellung von süßen und salzigen Backwaren und Snacks tätig ist. Céréalis kann bei einer Zusammenarbeit als Zulieferer entweder die Produktpalette des Partners vervollständigen oder Produkte unter einem eigenen Brand in verschiedenen Ländern Subsahara-Afrikas vermarkten. Weitere Informationen unter www.cerealis-snacks.com

Frigoindus: 25 Jahre Erfahrung in der Kältetechnik

Das Konsortialunternehmen Frigoindus ist ein gutes Beispiel für den erweiterten Industriezweig der Agrar- und Ernährungswirtschaft und die Orientierung am Industriecluster-Ansatz. Frigoindus besteht seit 1992 und ist in Tunesien ein wichtiger Akteur in der Kältetechnik. Dank Partnerschaften mit renommierten internationalen Marken besitzt das Unternehmen mit 30 Mitarbeitenden über viel Know-how bei der Entwicklung, Herstellung und Installation von Kälteanlagen für maßgeschneiderte Lösungen. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der gewerblich genutzten Kältetechnik verfügt Frigoindus über zuverlässige und stabile Lösungen, die im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen bis zu 30 % Energie einsparen. In den Maghreb-Staaten gilt Frigoindus als etablierter Marktführer und strebt eine Ausweitung seiner Aktivitäten in Westafrika an. Das Unternehmen setzt pro Jahr rund 3 Millionen Euro im Auslandsgeschäft um, mit den Hauptmärkten Côte d’Ivoire, Senegal, Mali, Kamerun und Burkina Faso. Frigoindus strebt Partnerschaften mit deutschen Unternehmen an, die technisches Know-how zur Entwicklung von Eismaschinen, die durch Sonnenenergie betrieben werden, bieten können und somit energieeffiziente, nachhaltige Lösungen fördern wollen. 

Vom ersten Kontakt bis zur Implementierung der Zusammenarbeit - wir unterstützen Sie!

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fördert ein Projekt für deutsch-tunesische Partnerschaften zur Erschließung neuer Märkte in Subsahara-Afrika. Von der Herstellung des Kontakts über die Beratung zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bis hin zur Implementierung des Engagements: Gemeinsam mit der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE) beraten und betreuen wir Sie individuell und auf Ihre Geschäftstätigkeit maßgeschneidert. Haben Sie Interesse an einer Kooperation mit einem tunesischen Partner? Ulrich Boysen berät Sie gerne!

Ihre Ansprechpartner*innen:

Ulrich Boysen

Senior Berater Agrar- und Ernährungswirtschaft
Agentur für Wirtschaft & Entwicklung (AWE)
+49 30 726256-98

Marie Nicolaus

Technical Advisor
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
+216 58 567 199
marie.nicolaus(at)giz.de
 

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