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Mobilität, Transport und Logistik: Chancen auf Zukunftsmärkten

Die Corona-Krise zeigt es deutlich: Ohne ausgefeilte Logistik sind moderne Wertschöpfungsketten undenkbar. Reibungsloser Transport von Personen und Gütern spielt gerade für die wirtschaftliche Entwicklung eine wesentliche Rolle. Augusto Acosta, AWE-Experte für Verkehrsthemen, erklärt, welche Chancen sich deutschen Unternehmen in Zukunftsmärkten bieten. 

Der Transport von Personen und Gütern hat starke positive und negative Auswirkungen, nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auch auf die Umwelt. Die kollektive Herausforderung besteht darin, diese Auswirkungen im Prozess der Bewältigung der Krise auszugleichen. So stellt sich in der Entwicklungszusammenarbeit auch die Frage, wie man die positiven und negativen Externalitäten im Mobilitätssektor durch richtige Politik anreizen kann. Immerhin ist er einer der energieintensivsten Sektoren. In vielen Ländern ist der Verkehr neben der Energieversorgung der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Das bedeutet, dass die Klimaschutzziele nur durch eine globale Verkehrswende zu erreichen sind.

Urbanisierung und alternative Antriebe

In der Entwicklungszusammenarbeit liegt deshalb ein Fokus auf dem Thema urbane Mobilität. Die Urbanisierung sorgt insbesondere in Städten und ihrem Umland für eine Zunahme des Verkehrs und der damit einhergehenden Probleme. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt seine Partnerländer beim Auf- und Ausbau nachhaltiger Verkehrssysteme. Dafür hat das BMZ die Transformative Urban Mobility Initiative (Initiative für transformative urbane Mobilität, TUMI) ins Leben gerufen. TUMI finanziert nachhaltige Verkehrsinfrastruktur mit bis zu einer Milliarde Euro pro Jahr. Die Initiative engagiert sich für die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften und veranstaltet auch Innovationswettbewerbe für Pilotprojekte.

Ein weiteres Thema ist die Dekarbonisierung des Verkehrs. Hier geht es um alternative Treibstoffe, wie Grüner Wasserstoff und Power-to-X, jedoch spielt auch E-Mobilität eine wichtige Rolle. Gerade letzteres bringt neue Risiken mit sich: So müssen Unternehmen ihre Lieferketten genau im Auge behalten und sicherstellen, dass bei der Rohstoffgewinnung für Batterien und Elektronik menschenrechtliche Sorgfaltsprozesse und Umweltschutzmaßnahmen im Kerngeschäft verankert sind. Dafür bietet der Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte eine individuelle und kostenlose Beratung für Unternehmen an. Die Zusammenarbeit im Bereich der Elektromobilität umfasst darüber hinaus auch die Beratung in der Nahverkehrspolitik.
 

Die Automobilindustrie als Chance für die Industrialisierung Afrikas

Gerade spielt die Industrialisierung afrikanischer Länder eine wichtige Rolle. Große europäische Automobilhersteller und -zulieferer sind dort schon etabliert. Geplant ist, die Wertschöpfung vor Ort zu fördern und nicht mehr nur für den europäischen, sondern auch für den afrikanischen Markt zu produzieren.

Die AWE hat die African Association of Automotive Manufacturers (AAAM) beraten, das BMZ bewilligte zum Juni 2020 ein sogenanntes „PartnerAfrika-Projekt“ zwischen dem panafrikanisch aufgestellten AAAM und dem Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA). Ziel der Kooperation ist es, die Entwicklung der Industrie und nachhaltiger Mobilitätskonzepte sowie die berufliche Bildung und die Entstehung qualifizierter Jobs in Südafrika, Ghana und weiteren Fokusländern der BMZ-Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung zu fördern. Die sequa gGmbH unterstützt den VDA in der Projektabwicklung dieser Kooperation.

Auch die Pan-African Mobility Alliance (PAMA), ein vom BMZ initiiertes strategisches Bündnis mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, widmet sich dem Thema Ausbildung und fördert in Nordafrika und vor Ort in Ländern der Sonderinitiative für Ausbildung und Beschäftigung gemeinsame Projekte.

Das Thema Qualifizierung ist aber nicht nur für die Automobilindustrie interessant: Auch Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie schaffen in der Region Arbeitsplätze und bilden Fachkräfte aus.

Neben Afrika und Lateinamerika ist Indien ein wichtiger Partner für die Entwicklungszusammenarbeit im Mobilitätsbereich. So hat das BMZ im November 2019 mit Indien eine Partnerschaft für grüne urbane Mobilität geschlossen und stellt dem indischen Staat insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung. Bis 2022 sollen dadurch über sechs Millionen Menschen zusätzlich täglich nachhaltig befördert und die Verkehrswende vorangebracht werden.
 

Unterstützung nutzen

Das Förderprogramm develoPPP.de des BMZ ist ein bewährtes Instrument für Unternehmen, die ein nachhaltiges Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern auf- oder ausbauen wollen. Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH setzen das Programm im Auftrag des BMZ um. Das Engagement der Unternehmen kann beispielsweise die Ausbildung lokaler Fachkräfte oder die Verbesserung von Umwelt- und Sozialstandards in Produktionsbetrieben betreffen. Über einen regelmäßig stattfindenden Wettbewerb können Unternehmen ihre Projektideen einreichen und bis zu 50 Prozent Förderung erhalten.
 
Die DEG hat auch weitere interessante Angebote: Sie finanziert zum Beispiel Machbarkeitsstudien oder tritt sogar mit einer Equitiy-Beteiligung als Investor in ein Unternehmen ein. Mit dem Programm Up-Scaling unterstützt die DEG innovative Geschäftsmodelle kleiner und mittlerer Unternehmen, die positive Entwicklungseffekte generieren. Das Angebot deckt einen Finanzierungsbedarf zwischen einer Mikrofinanzierung und der klassischen Finanzierung durch Geschäftsbanken.
 

Ausschreibungen als Chance

Unternehmen, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren wollen, bieten internationale Ausschreibungen ein großes Potenzial. Eine aktuelle Übersicht von weltweiten Ausschreibungen findet man auf dem Portal von Germany Trade & Invest (GTAI). Neben großen Infrastrukturprojekten, die in der Regel nur von Konsortien bewältigt werden können, gibt es auch kleinere Investitionsgrößen, zum Beispiel für Beratungsdienstleistungen, Softwaremodellierung, Planung oder Ausbildung. 

Netzwerken bei Verbänden und Messen

Als Anlaufstelle für Unternehmen können Verbände eine wichtige Rolle spielen – Dachverbände oder Fachverbände, wie zum Beispiel der Verband der Automobilindustrie e.V., der Verband der Luftfahrtindustrie oder der Verband der Flughafenbetreiber. Aber auch regionale Verbände wie der Afrikaverein sind eine gute Adresse: So hat der Afrikaverein  im Februar 2020 das Erste German-African Automotive Forum veranstaltet, die nächste Veranstaltung ist in Planung.

Generell sind Fachveranstaltungen wie Messen und Kongresse praktisch, um relevante Ansprechpersonen kennenzulernen: Transport und Climate Change Week, IAA, TUMI Volt Conference und auch die Innotrans  bieten dazu gute Gelegenheiten. Für viele der wegen der Pandemie abgesagte Veranstaltungen gibt es bereits neue Termine.

Lehren aus der Krise

Heute gibt es ein enormes Potenzial für die Diversifizierung der Lieferketten, dabei können Afrika, Lateinamerika und Südostasien eine Rolle spielen. Die Entwicklungszusammenarbeit hilft Unternehmen gern dabei, ihre Möglichkeiten auszuloten, vor allem wenn die Unternehmen auch zur Entwicklung vor Ort beitragen wollen. Bei Fragen dazu berät die AWE gerne zu Möglichlkeiten der Förderung und Finanzierung oder stellt Kontakte her.

Die Pandemie stört den Fluss des internationalen, nationalen und lokalen Verkehrs, und das im Luft-, See-, Schienen- und Straßenverkehr. Dabei gibt es Gewinner und Verlierer: Das Fahrrad zum Beispiel gehört kurzfristig zu den Gewinnern im Stadtverkehr.

Aufgrund des Nachfragerückgangs und der zusätzlichen Betriebskosten besteht ein sehr hohes Risiko der Unterfinanzierung der öffentlichen Verkehrssysteme. Es ist wahrscheinlich, dass mittelfristig die Autonutzung zunehmen wird. Mobilität als Dienstleistung, Innovationen bei Sammel- und Finanzierungssystemen sind strategische Themen für die Entwicklungszusammenarbeit im Transportsektor.
 

Sie sind im Bereich Mobilität, Transport und Logistik tätig und interessieren sich für Geschäftsmöglichkeiten in Schwellen- und Entwicklungsländern? Wir haben das Know-how und die Kontakte, um Sie auf dem Weg zum Markteintritt weiterzubringen. Nutzen Sie uns gerne als Ihre erste Anlaufstelle. Auch wenn Sie die einzelnen Programme und Kriterien nicht kennen: Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern. 

Ihr Kontakt in der AWE

Augusto Acosta 

Senior Berater für Mobilität, Transport und Logistik 
Agentur für Wirtschaft & Entwicklung 
+49 30 726256-93

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