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ExperTS in Aserbaidschan: Unterrichtende online schulen, Bildung fördern

Magnus Müller ist als ExperTS an der Deutsch-Aserbaidschanischen Auslandshandelskammer (AHK) in Baku tätig. Aufgrund seines Schwerpunktes Berufliche Bildung erlebte er die wachsende Unzufriedenheit im Bildungssektor angesichts der Online-Lehre während der Corona-Pandemie besonders stark. Um dieser entgegenzuwirken, stieß er an der AHK eine Qualifizierung zum Online-Trainer an.

Der erste Durchlauf der Multiplikatorenqualifizierung zum Online-Trainer, den die AHK Aserbaidschan auf Anstoß von Magnus Müller durchführt, fällt gerade in die Phase der zweiten Corona-Welle in Europa. Einer der Teilnehmenden ist Samir Guliyev. Der selbstständige Coach ist allerdings nicht nur aufgrund der Pandemie überzeugt von der Wichtigkeit digitaler Unterrichtsmethoden: „Als selbstständiger Unternehmer werde ich bei zukünftigen Projekten auch online meine Expertise weitergeben müssen. Um auf dem Markt Bestand zu haben, ist es generell notwendig, den Trend hin zur Anwendung moderner Technologien zu berücksichtigen und seine eigenen Methoden daran anzupassen.“

Digitalen Unterricht strukturiert gestalten

Dass dieser Trend hin zu digitalen Methoden viele Unterrichtende vor Herausforderungen stellt, war für ExperTS Magnus Müller der Anstoß für die Idee zur Qualifizierung zum Online-Trainer. Gemeinsam mit der ExperTS-Kollegin Eugenie Kralyuk (Deutsch-Ukrainische Industrie- und Handelskammer) sowie den Kollegen Mario Eckardt (Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer) und Jens Hauser (Deutsche Industrie – und Handelskammer für das südliche Afrika), rief er den Kurs über einen Finanzierungsvertrag des ExperTS-Programmes ins Leben. Die insgesamt auf 64 Stunden Lernzeit ausgerichtete Fortbildung richtet sich primär an Unterrichtende aus Schulen und Universitäten sowie Einrichtungen der beruflichen Bildung, aber auch an Beraterinnen und Berater, die ihr Fachwissen in Seminaren oder Coachings teilen. Um ihre didaktischen Möglichkeiten auszubauen, lernen sie im Kurs der AHK neue Methoden für die Online-Lehre, IT-Kompetenzen sowie den Umgang mit Lernplattformen, sogenannten Learning Management Systemen. Ziel ist, sie dazu zu befähigen, ihren eigenen Online-Kurs aufzubauen, zu gestalten und mit den passenden Lernplattformen umzugehen.

Nach einem Online Blended-Learning-Prinzip erarbeiten die Teilnehmenden die Kursinhalte in gemeinsamen Online-Sessions, in Kleingruppen- sowie in Eigenarbeit.

Inhaltlich stützt sich der Kurs auf ein Konzept der DIHK-Bildungs-GmbH zum „Online-Trainer“. Dieses wurde für die Durchführung des Kurses an den AHK-Standorten Aserbaidschan, Ukraine, Südliches Afrika und Peru an die jeweiligen Bedarfe und Bedingungen der Länder angepasst. Da Präsenzunterricht aufgrund der Pandemie nicht möglich ist, wurde das Blended-Learning-Prinzip des Kurses an Online-Methoden angepasst: Die Lerneinheiten bestehen nun aus Einführungsvideos zu den verschiedenen Modulen, gemeinsamen Online-Sessions mit dem Trainer sowie Kleingruppen- und Eigenarbeit. Insgesamt verzeichnet die Pilotierung des Kurses an den vier Standorten derzeit 60 Teilnehmende.

Nachhaltig verankert

Magnus Müller ist wichtig, dass das Angebot nachhaltig an den AHKs verankert wird. Langfristig sollen deshalb aus den Reihen der Kursteilnehmenden Trainerinnen und Trainer für zukünftig stattfindende Online-Kurse der AHKs gewonnen werden. Auch Samir Guliyev wird ab Januar 2021 selbst einen Kurs an der AHK zum Thema Wirtschaftsdeutsch leiten. Aufgrund der Pandemie findet dieser online statt. Für Guliyev waren deshalb besonders die Inhalte zu technischen Hilfsmitteln hilfreich, aber auch die vermittelte Methodik zum Aufbau eines Online-Kurses: „Beim Wirtschaftsdeutsch-Kurs werde ich zum ersten Mal online unterrichten. Deshalb brauchte ich zunächst einen grundlegenden Überblick über die Organisation und den Aufbau eines digital durchgeführten Weiterbildungsformats. Diesen habe ich im Kurs zum Online-Trainer erhalten. Vermutlich gibt es noch einiges mehr zu lernen, aber ich gehe davon aus, dass dies durch die praktische Anwendung.

Nach Ende der Durchführung an den vier Pilot-Standorten soll der Kurs auf der Online-Lernplattform atingi veröffentlicht und somit einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Die Implementierung des Kurses an weiteren AHK-Standorten weltweit ist darüber hinaus angestrebt.

Was sind eigentlich ExperTS?

Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte ExperTS-Programm schlägt die Brücke zwischen Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungspolitik. Umgesetzt wird es von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, den Auslandshandelskammern und Delegationen der Deutschen Wirtschaft. Das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelt die Expertinnen und Experten. Sie sind beim Arbeitgeber vor Ort angestellt und erhalten über das Programm einen Gehaltszuschuss. Aktuell sind ExperTS in rund 30 Ländern weltweit im Einsatz.

Ab 2021 wird das ExperTS-Programm gemeinsam mit den Programmen EZ-Scouts, Global Business Network, Creating Perspectives und Skilled Crafts ein neues Vorhaben bilden. Durch das so entstehende globale Netzwerk können in rund 40 Ländern weltweit noch mehr Synergien zwischen der Privatwirtschaft und der Entwicklungszusammenarbeit geschaffen werden.

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Almuth Dörre

Bildung und Qualifizierung

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