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Milch- und Fleischwirtschaft in Afrika: AWE stellt neue Studie vor

Die Agentur für Wirtschaft & Entwicklung (AWE) hat am 21.09.20 eine neue, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanzierte, Studie zum Stand und zu den Entwicklungsperspektiven der Milch- und Fleischwirtschaft in Afrika vorgestellt. 

Die Studie, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im ersten Halbjahr 2020 realisiert wurde, analysiert das Marktumfeld und -potenzial in den Wertschöpfungsketten der Milch- und Fleischwirtschaft in Äthiopien, Côte d‘Ivoire, Ghana, Marokko, Senegal und Tunesien.

Die Studie zeigt, dass die Nachfrage nach Milch und Fleisch (insbesondere Geflügelfleisch und Eier) in den untersuchten afrikanischen Ländern in den letzten Jahren überproportional zunimmt. Besonders die Verbraucher in urbanen Zentren und mit höheren Einkommen konsumieren deutlich mehr Milch- und Fleischprodukte. Hieraus ergeben sich aus Sicht der Entwicklungszusammenarbeit Chancen, die Produktion und Verarbeitung von Milch- und Fleischprodukten verstärkt zur Entwicklung der ländlichen Räume und zur Ernährungssicherung und -diversifizierung in Afrika zu nutzen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass auch sozio-ökonomische und ökologische Aspekte in den jeweiligen Länderkontexten mitgedacht werden müssen. Dies betrifft insbesondere die Verfügbarkeit von Land und Wasser für den Futtermittelanbau.

Die Haltung von Nutztieren ist auf dem ganzen afrikanischen Kontinent traditionell verwurzelt und bildet die wirtschaftliche Existenzgrundlage vieler ländlicher Haushalte. Der Besitz von Nutztieren definiert häufig die Lebensweise und den sozialen Status innerhalb der ländlichen Gesellschaft und stellt oft den wichtigsten Einkommens- und Versorgungsbeitrag. 

Nach den Erkenntnissen der Studie ist die die lokale Erzeugung in vielen Ländern Afrikas aufgrund u.a. zu geringer Produktivität, fehlender Marktanbindung und unzureichender Infrastruktur aktuell nicht in der Lage, die steigende Nachfrage nach Milch- und Fleischprodukten zu decken; steigende Importe, insbesondere bei Milchprodukten und Geflügelfleisch sind die Folge.

Vor diesem Hintergrund gibt die Studie Hinweise, wie durch Investitionen in Technologie, Innovation, Beratung und verbesserte wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen die lokalen Wertschöpfungs-ketten in der Milch- und Fleischwirtschaft gestärkt und zugleich entwicklungspolitische Belange der sozialen, ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit berücksichtigt werden können. 

Ansatzpunkte liegen z.B. in der Qualifizierung der Tierhaltenden sowie in der Ausbildung und Spezialisierung von Fachkräften in der Milch-und Fleischwirtschaft, sowie in der Unterstützung beim Aufbau von Systemen zur Gewährleistung der Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit sowie Produktqualität. Wichtig sind außerdem verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten für private Betriebe in der afrikanischen Milch- und Fleischwirtschaft und Pläne zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. 

Die Studie hebt die besondere Bedeutung privatwirtschaftlicher Investitionen für eine ressourceneffizientere, umweltverträgliche und tiergerechte Modernisierung der tierischen Wertschöpfungsketten in Afrika hervor. Anhand von ausgewählten Business Cases zeigt die Studie konkrete Beispiele für Investitionsmöglichkeiten durch lokale und internationale Investoren auf. 

Nachstehend finden Sie den Gesamtbericht, die Kurzfassung sowie die Länder-Steckbriefe, Länderanalysen und Business Cases: 
 

Gesamtbericht und Kurzfassung:

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