Brasilien. Wie Start-ups und Unternehmen gemeinsam grüner werden

Die Idee
Unternehmen in Brasilien ebenso wie in Deutschland müssen ihre Produktion vor dem Hintergrund der Klimaziele dekarbonisieren. Das ist eine Jahrhunderaufgabe, in der gleichzeitig Geschäftschancen für innovative Firmen, unter anderem Start-ups liegen. Das Wissen über grüne Technologien im Start-up und Forschungsumfeld wächst schnell, jedoch kommen Anbieter und Industriepartner bisher häufig nicht zusammen.
Die Challenge
Einerseits finden spezialisierte Startups oft keinen direkten Zugang zu Industriepartnern, Pilotierungsumgebungen und Investoren. Andererseits wissen Industrieunternehmen, dass sie dekarbonisieren müssen, haben jedoch nur begrenzte Kapazitäten für Co-Creation und offene Innovationsprozesse. Der Transfer von Forschung in marktfähige Lösungen erfolgt oft langsam. Es fehlen strukturierte Prozesse, um Start-ups mit klar definierten Industrie-Anforderungen zu verbinden.
Der Projektansatz
Das Projekt adressiert diese Lücke durch ein systematisches Co-Creation-Format, das Start-ups, Industrie und deutsche Marktakteure zusammenbringt. Nachhaltigkeit und Klimaschutz sollen systematisch im Innovationsökosystem verankert werden. .
Die Umsetzung
Zur strategischen Steuerung des Projektes wurde zunächst ein Governance-Komitee eingerichtet. Es setzt sich aus der AHK São Paulo, Industriepartnern, dem operativen Umsetzungspartner sowie fachlicher Beratung zusammen. Das Gremium definiert thematische Schwerpunkte, trifft zentrale Auswahlentscheidungen und begleitet die Entwicklung skalierbarer Pilotprojekte. Hier wurden auch die konkreten Industrie-Challenges definiert (z. B. Prozesswärme, energieintensive Produktionsschritte, industrielle Abwärme).
Auf einer Launch-Veranstaltung (D4iD Forum) wurde das Projekt vorgestellt. Start-ups wurden eingeladen, sich für ein achtwöchtiges Co-Creation Programm zu bewerben. Die ausgewählten Teilnehmer*innen arbeiteten in Workshops zu:
- Marktfit & MVP
- Finanzmodellierung
- Nachhaltigkeitsintegration
- Deep-Tech-Scaling
- Internationalisierung
- Entwicklung konkreter Pilotprojekte mit Industriepartnern.
Anschließend wurden auf einer Roadshow in Deutschland internationale Kooperationen angebahnt und Investorengespräche geführt. Matchmaking-Event für Start-ups, Industrie und Investoren sind geplant
Das Ergebnis
Deutsche Unternehmen haben Zugang zu innovativen Technologien und neuen Lieferanten für Deep-Tech- und Dekarbonisierung bekommen und konnten frühzeitig Partner mit internationalem Skalierungspotenzial kennenlernen. So können deutsche Maschinenbau- und Energieunternehmen von neuen Partnern aus Lateinamerika profitieren. Deutschland profiliert sich darüber hinaus als engagierter Innovationspartner für nachhaltige Industrie.
Die Erfahrungen

"Durch D4iD konnten wir zum ersten Mal unsere Technologie in einem industriellen Umfeld testen. Der Pilot hat unseren Energieeffizienzalgorithmus enorm verbessert – und gleichzeitig die Tür zu deutschen Industriepartnern geöffnet.“ Junior Laury Schwingel, CEO bei der HVB Energy
- Frühzeitige Einbindung der Industrie ist entscheidend für realistische Marktanforderungen.
- Deep-Tech-Start-ups benötigen klare Struktur, individuelles Coaching und Zugang zu Pilotierungsumgebungen.
- Co-Creation beschleunigt Innovation erheblich, wenn ein neutraler Akteur wie die AHK moderiert.
- Internationale Kontakte erhöhen die Skalierungschancen für brasilianische Tech-Lösungen deutlich
Die Partner
Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE):Fachliche Beratung zur Projektideenentwicklung und Wirkungsausrichtung, Fachnetzwerke sowie Austausch zu Best Practices der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Innovation und nachhaltige Industrieentwicklung.
Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer (AHK São Paulo):Konzeption, Aufsetzen und Moderation des strukturierten Co-Creation-Prozesses zwischen Start-ups und Industriepartnern.
Brasilianische Deep-Tech-Start-ups im Bereich industrielle Dekarbonisierung:Entwicklung, Weiterentwicklung und Pitch innovativer technologischer Lösungen entlang konkreter industrieller Herausforderungen.
Deutsche Technologieunternehmen und potenzielle Investoren (u. a. Festo, Siemens):Fachliche Bewertung der Lösungen, Durchführung von Machbarkeits-Checks, Identifikation von Pilotierungs- und Skalierungspotenzialen sowie Anbahnung industrieller Kooperationen.
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