Agentur für Wirtschaft & Entwicklung Logo
Agentur für Wirtschaft & Entwicklung Logo

Mit dem IPD nachhaltig in den EU-Markt

Im globalen Handel gewinnen Nachhaltigkeitsanforderungen an Bedeutung. Die Erfüllung von Sozial- und Umweltkriterien bzw. ESG-Vorgaben („Environment, Social und Governance“) sind wesentliche Bedingung für Produzenten aus Entwicklungs- und Schwellenländern, um auf dem europäischen Markt langfristig Fuß zu fassen. Das Import Promotion Desk (IPD) bereitet die Unternehmen im IPD-Programm in Trainings auf den Bedarf der Importeure vor. Ziel des IPD ist es, wirtschaftliches Wachstum, Schutz der natürlichen Ressourcen und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit wie die Unterstützung der Menschen in den meist ländlich geprägten Regionen, miteinander in Einklang zu bringen. Im Interview stellt Tabea Mack, Abteilungsleiterin Sourcing und Märkte beim IPD, den Nachhaltigkeitsansatz des IPD vor.

Redaktion: Welchen Stellenwert hat das Thema Nachhaltigkeit beim IPD?

Tabea Mack: Nachhaltigkeit ist von zentraler Bedeutung für das IPD – sowohl als entwicklungspolitisches Projekt als auch als Initiative der Importförderung. 
Mit Blick auf unsere Partnerländer hat nachhaltiges Handeln und Wirtschaften positive Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen und die Arbeitsbedingungen vor Ort.
Als Initiative der Importförderung unterstützen wir europäische Unternehmen mit einer sorgfältigen Vorauswahl an potenziellen Handelspartnern. Die Erfüllung von Sozial- und Umweltkriterien bzw. ESG-Vorgaben sind wesentliche Anforderungen des europäischen Marktes. 

Redaktion: Wie unterstützt das IPD die Unternehmen im IPD-Programm dabei, den Nachhaltigkeitsanforderungen des EU-Markts gerecht zu werden?

Mack: Bereits seit einigen Jahren haben wir ESG-Trainings eingeführt. Unser Ansatz ist es hierbei, die grundsätzliche Bedeutung von verantwortungsvollem unternehmerischem Handeln aufzuzeigen und ein ganzheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit zu vermitteln.
In den Trainings informieren wir die Unternehmen zudem sehr konkret über die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Marktanforderungen mit Blick auf Umwelt- und Sozialstandards. Zu den ökologischen Themen gehören zum Beispiel der Schutz der Ressourcen Boden und Wasser, das Modell der Kreislaufwirtschaft sowie die Nutzung von erneuerbaren Energien. Die Einhaltung von sozialen Mindeststandards in der Lieferkette, wie Arbeitnehmerrechte, Arbeitsschutz und Mitbestimmung, sind weitere Inhalte in den Trainings. Zudem greifen wir Compliance-Themen auf und informieren über Diversität und Inklusion als Teil der Unternehmenskultur.

Durch unsere Webinare und individuellen Coachings lernen die Unternehmen, die wichtigsten Ansatzpunkte in ihren Wertschöpfungsketten zu identifizieren. Am Ende des Trainings entsteht ein ESG-Action Plan, der individuell auf das Unternehmen zugeschnitten ist.

"Nachhaltigkeit ist von zentraler Bedeutung für das IPD – sowohl als entwicklungspolitisches Projekt als auch als Initiative der Importförderung."

Redaktion: Was sind die Argumente für die IPD-Unternehmen, in Nachhaltigkeit zu investieren?

Mack: Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist ein stark verankertes Argument in den ländlichen Regionen. Die Menschen gehen mit der Natur verantwortlich um, da sie die Menschen in der Region ernährt. Auch die faire Zusammenarbeit und das soziale Engagement vor Ort wird von den IPD-Unternehmen bereits lange gelebt. Bei vielen Unternehmen ist also ein Grundverständnis und eine Überzeugung für Nachhaltigkeit bereits vorhanden.
Hinzukommen wirtschaftliche Argumente. Den Anforderungen des europäischen Marktes gerecht zu werden, ist dabei nur ein Vorteil. Zudem hilft das ESG-Engagement den kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei, sich vom Wettbewerb abzuheben. Die ESG-Kriterien sind ein Differenzierungsmerkmal, das den Zugang zum europäischen Markt erleichtert, aber auch höhere Preise rechtfertigt. 

Redaktion: Wie profitieren Importeure vom Nachhaltigkeitsansatz des IPD?

Mack: Importeure stehen vor großen Herausforderungen: Verbraucherwünsche und die steigenden gesetzlichen Anforderungen auf verschiedenen Ebenen setzen europäische Importeure immer mehr unter Zugzwang, ihre Lieferkette bezüglich Nachhaltigkeit zu überprüfen. 
Die IPD-Unternehmen haben den großen Vorteil, dass sie die Nachhaltigkeitsanforderungen des europäischen Marktes kennen und meist bereits den internen Prozess gestartet haben. In den IPD-Trainings und -Coachings haben sie Aktionspläne zur Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien definiert, die sie Schritt für Schritt umsetzen. Sie dokumentieren ihren Status und ihre Fortschritte. Diese Dokumentation ist eine gute Übersicht und Grundlage für die Zusammenarbeit mit europäischen Importeuren. 

Das Interview in voller Länge finden Sie hier  

Veröffentlicht am

Erfahren Sie mehr

Block link

Fachmessen als Türöffner für neue Handelspartnerschaften

2 Min

Der Import Promotion Desk ist auf fünf internationalen Fachmessen vertreten und bringt über 100 ausgewählte Unternehmen mit europäischen Einkäufern zusammen.

Block link

Wie sicher fühlen Sie sich in der Umsetzung des Lieferkettengesetzes? 7 Mythen rund um das LkSG.

6 Min

Bereits seit seiner Ankündigung polarisiert das LkSG. Auch bei der Umsetzung wirft das Gesetz immer wieder Fragen und Missverständnisse auf. Wir werfen einen Blick in die Unternehmenspraxis und räumen…

Herzlich Willkommmen, haben Sie Fragen?

Kontakt

Office Management

Schreiben Sie uns eine E-Mail

zum Kontaktformular

Oder nutzen Sie unseren Rückrufservice