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Sichere Lieferketten: Wie Pakistan zum verlässlichen Partner der...

Globale Lieferketten stehen unter Druck: Geopolitische Krisen, Klimarisiken und steigende re­gulatorische Anforderungen in Europa machen deutlich, wie wichtig sichere, transparente und diversifizierte Beschaffungsstrukturen sind. Für deutsche Unternehmen rückt der Globale Sü­den dabei immer stärker in den Fokus – nicht nur als Produktionsstandort, sondern als aktiver Partner für nachhaltige Wertschöpfung. Wie dieser Anspruch in der Praxis umgesetzt werden kann, zeigt eine vom BMZ über sequa geförderte Kammer- und Verbandspartnerschaft (KVP) zwischen dem Verband der Fer­tigwarenimporteure e. V. (VFI) und führenden Textilverbänden in Pakistan.

Warum Pakistan eine Schlüsselrolle in globalen Lieferketten spielt

Pakistan zählt zu den weltweit wichtigsten Produktionsländern für Textilien und Bekleidung. Rund 60 % der Warenexporte stammen aus dem Textilsektor, der fast 40 % der Beschäftigten stellt. Für europäische Importeure ist Pakistan damit ein zentraler Baustein zur Diversifizierung von Lieferketten.

Gleichzeitig stehen viele Unternehmen vor großen Herausforderungen: steigende Energie­preise, Ressourcenknappheit, soziale Risiken in der Produktion sowie neue europäische An­forderungen wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die künftige EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD). Ohne gezielte Unterstützung drohen Marktverluste – mit Fol­gen für Beschäftigung und wirtschaftliche Stabilität.

Die KVP als Hebel für resiliente Lieferketten

Hier setzt die KVP zwischen dem VFI und pakistanischen Textilverbänden an. Ziel ist es, Ver­bände wie die Pakistan Readymade Garments Manufacturers and Exporters Association (PRGMEA), die Pakistan Sports Goods Manufacturers & Exporters Association (PSGMEA) und die Towel Manufacturers Association (TMA) so zu stärken, dass sie ihre Mitgliedsunterneh­men praxisnah bei der Umsetzung von Sorgfaltspflichten begleiten können. 

Im Fokus steht ein strukturbildender Ansatz: Die Verbände agieren als Multiplikatoren, bauen eigene Beratungsangebote auf, schulen Fachpersonal und unterstützen Unternehmen u. a. bei Risikoanalysen, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Managementsystemen, der Verbesse­rung von Arbeitsbedingungen – insbesondere für Frauen – sowie bei ressourceneffizienter Produktion.

Erste Ergebnisse: Transparenz, Dialog und neue Marktchancen

Bereits in der frühen Projektphase zeigen sich konkrete Fortschritte. Mehr als 51 Unternehmen wurden bei der Datenerhebung zu Arbeitssicherheit, Beschwerdemechanismen und Ressour­cenverbrauch begleitet. Auf dieser Basis entstanden erste Nachhaltigkeitsberichte, die eine fundierte Kommunikation mit europäischen Einkäufern ermöglichen.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Thema Wasser: Analysen und Workshops haben Hand­lungsbedarfe ebenso wie Einsparpotenziale aufgezeigt. Erste Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs werden bereits umgesetzt. Parallel stärkt das Projekt den direkten Di­alog zwischen pakistanischen Produzenten und deutschen Importeuren, etwa im Rahmen in­ternationaler Fachmessen.

Fazit: Lieferkettensicherheit braucht starke Partner im Globalen Süden

Das Beispiel aus Pakistan zeigt: Sichere und diversifizierte Lieferketten entstehen nicht allein durch Regulierung. Entscheidend ist der Aufbau lokaler Kompetenzen und Institutionen. Kam­mer- und Verbandspartnerschaften leisten hierzu einen zentralen Beitrag – und machen den Globalen Süden zu einem aktiven Mitgestalter resilienter, fairer und zukunftsfähiger Lieferket­ten

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