
Der Tourismus ist Hoffnungsträger für viele Länder des Globalen Südens. Kaum eine Branche verspricht so schnell neue Arbeitsplätze, Deviseneinnahmen und Anschluss an globale Märkte. Damit Unternehmen und Menschen vor Ort nachhaltig davon profitieren können, müssen Natur und Kultur bewahrt und der erhoffte neue Wohlstand fair verteilt werden.
Tourismus als Hebel für eine nachhaltige lokale Entwicklung zu stärken und die Widerstandsfähigkeit der Reiseziele zu unterstützen, das sind die Ziele des Branchendialogs Tourismus für nachhaltige Entwicklung. 2016 mithilfe des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) gegründet, agiert der Branchendialog vor allem als Think Tank, der politische Diskurse mitgestaltet. In den Partnerländern stehen gemeinsam Projekte der Mitglieder im Vordergrund des Engagements. Ein beispielhaftes Projekt ist die Entwicklung und Umsetzung des Online-Trainings zu Menschenrechten im Tourismus, bei dem branchenweit Zulieferbetriebe der Tourismuswirtschaft vor Ort zu menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht im Sinne des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) geschult werden.

Insgesamt geht es für die Mitglieder darum, sich zu vernetzen, die gemeinsamen Anliegen mit einer Stimme an die Politik zu kommunizieren und Kräfte zu bündeln. So will der Branchendialog Prozesse anschieben, die für einzelne Branchenmitglieder nicht allein stemmbar wären. Wie können Unternehmen zu einem nachhaltigen Tourismus beitragen und selbst profitieren? Die wichtigsten Fragen im Überblick:
Häufig gestellte Fragen
Was macht der Branchendialog Tourismus für nachhaltige Entwicklung?
Der Branchendialog ist Sprachrohr einer nachhaltigen Tourismusbranche. Sein Fokus liegt auf Austausch und Netzwerkarbeit:
- Konzeption und Umsetzung von skalierbaren Innovationen und Aktivitäten in Destinationen
- Agenda Setting und (politische) Kommunikation
- Vernetzung der Tourismusbranche mit Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik
Die Aktivitäten umfassen auch konkrete Maßnahmen, die gemeinsam mit der lokalen Tourismuswirtschaft entwickelt werden:
- Trainingsprogramme und digitale Lernmodule, wie etwa die eAcademy Tourism & Hospitality
- Workshops
- praktische Veränderungsmaßnahmen
Durch Impulsveranstaltungen machen die Mitgliedsunternehmen die Ergebnisse sichtbar und stärken so lokale Netzwerke. Alle Maßnahmen sind so angelegt, dass sie auf andere Länder übertragen werden können.
Wer kann mitmachen?
Dem Branchendialog können Akteur*innen beitreten, die inhaltlich zur nachhaltigen Entwicklung im Tourismussektor beitragen möchten. Dazu gehören Reiseunternehmen, Verbände, Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen sowie wissenschaftliche Institutionen. Neue Teilnehmer*innen sollten bereit sein, aktiv an Themen wie Klimaschutz, Resilienz, Lieferketten oder Qualifizierung mitzuwirken und sich in gemeinsame Projekte einzubringen. Die Vielfalt der Mitglieder ist zentral, da sie verschiedene Perspektiven und Kompetenzen vereint.
Welche Themen stehen im Mittelpunkt der Arbeit?
Der Branchendialog konzentriert sich auf drei strategische Themenfelder:
- Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen
- Stärkung der Resilienz von Reisezielen
- Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten in touristischen Lieferketten
Ergänzend werden Bereiche wie Biodiversität, Abfallwirtschaft, lokale Wertschöpfungsketten, Digitalisierung oder Frauenförderung bearbeitet. Diese breite thematische Grundlage ermöglicht eine umfassende Betrachtung nachhaltiger Entwicklung im Tourismussektor.
Wie profitieren Unternehmen von einer Teilnahme?
Unternehmen profitieren durch Zugang zu Fachwissen, Trainings und Best Practice Erfahrungen für nachhaltige Betriebsführung, Klimaschutz, Lieferkettenstandards und regionale Wertschöpfung. Die Mitarbeit im Branchendialog Tourismus für nachhaltige Entwicklung verschafft Einblicke in internationale Entwicklungen, ermöglicht Vernetzung mit Politik und Entwicklungszusammenarbeit und erleichtert den Zugang zu Kooperationsprojekten in Partnerländern. Unternehmen können zudem ihre Nachhaltigkeitskompetenz stärken und sich aktiv daran beteiligen Branchenstandards zu gestalten.
Wie stärkt die Arbeit des Branchendialogs lokale Gemeinschaften?
Mit seinen Aktivitäten will der Branchendialog nicht nur den Tourismus, sondern für touristische Destinationen insgesamt stabilisierend wirken. Indem die Betriebe resilienter gegenüber Krisen werden, entsteht ein robusteres Umfeld für die Menschen, die in diesen Regionen leben. Dies ist insofern wichtig, als dass viele Regionen im Globalen Süden stark von politischen, wirtschaftlichen oder klimatischen Erschütterungen betroffen sind. Der Branchendialog unterstützt sie dabei, Strukturen aufzubauen, die auch in unsicheren Zeiten Bestand haben. Lokale Perspektiven spielen in die Planungen mit ein – in Partnerschaften auf Augenhöhe.



