Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Tourismus: Reisen mit Mehrwert

Meer und Sonne, Urwälder und Safari – die Länder des Globalen Südens bieten beeindruckende Vielfalt. Gut für die Tourismusbranche und die Reiseziele.

Wandererin mit Rucksack steht auf grasbewachsenem Berghang vor Bergpanorama mit Wolken
© Unsplash_Marek Piwnicki

Tourismus und Entwicklung

Tourismus bietet großes Potenzial für nachhaltige Entwicklung. Die deutsche Reise- und Touristikbranche ist ein wichtiger Partner für Länder des Globalen Südens, um nachhaltige und erfolgreiche lokale Wertschöpfungsketten in der Tourismusbranche aufzubauen. Davon profitieren auch die Reiseunternehmen:

  • Tourismus gehört mit einem Anteil von rund zehn Prozent am globalen BIP zu den größten Wirtschafts- und Wachstumsbranchen. 
  • Der Globale Süden bietet Tourismusunternehmen vielfältige Chancen, um ihr Angebotsportfolio zu diversifizieren und sich durch nachhaltige Angebote am Markt zu profilieren. 
  • Nachhaltige Tourismusinfrastrukturen tragen entscheidend zur langfristigen Attraktivität und wirtschaftlichen Tragfähigkeit von Reisezielen sowie zu stabilen lokalen Lieferketten bei. 
  • Tourismusunternehmen profitieren von Partnerschaften zur Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in den Zielregionen. 
  • Die deutsche Wirtschaft kann durch den Aufbau nachhaltiger Tourismusangebote im Globalen Süden nicht nur Entwicklung fördern, sondern Risiken minimieren und resiliente Geschäftsmodelle aufbauen. 

Tourismuswirtschaft: Treiber für Wachstum und Entwicklung

0 Mio

Arbeitsplätze

schafft die Tourismusbranche weltweit (Zahlen der Weltbank für 2024).
0 %

Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung

hat der weltweite Tourismus – das entspricht etwa 10,9 Billionen US-Dollar (Zahlen der Weltbank für 2024).
0,0 Bio. USD

Ausgaben weltweit von Touris*innen auf Reisen

Menschen, die auf Reisen sind, geben dabei teils erhebliche Summen aus (Zahlen der Weltbank für 2024).

Tourismusbranche: Nachhaltige Wachstumschancen im Globalen Süden nutzen

Die Tourismusbranche gehört seit Jahrzehnten zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweigen. Mit immer mehr internationalen Reisenden steigt auch die wirtschaftliche Bedeutung: 2023 trug der Tourismussektor rund zehn Prozent zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei. 2024 übertraf die Branche das Vor Corona Niveau. Etwa jeder zehnte Arbeitsplatz weltweit steht in direktem Zusammenhang mit dem Tourismus. Immer mehr Menschen interessieren sich für authentische, naturverträgliche und verantwortungsvolle Reiseformen. Nachhaltiger Tourismus zählt zu den stärksten Wachstumstrends: Reisende wollen mit ihrem Aufenthalt positive Wirkung erzielen – für Umwelt, Kultur und lokale Wirtschaft. Über die Hälfte aller Deutschen haben bereits ein Entwicklungs  oder Schwellenland besucht, und viele von ihnen achten inzwischen bewusst auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung bei ihrer Reiseentscheidung.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert aktuell mehr als 50 Projekte mit Tourismusbezug. Tourismusprojekte sind dabei meist Teil umfassender Programme zur Förderung von Resilienz und sektorübergreifender Entwicklung. Die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft ist dabei ein wichtiger Hebel: Unternehmen bringen Innovationskraft, Know-how sowie Kapital ein und tragen Mitverantwortung für soziale und ökologische Standards in den Destinationen. Reiseunternehmen werden im Rahmen der Partnerschaften und Förderprogramme ermutigt, über ihre Geschäftsmodelle hinaus zu lokaler Wertschöpfung und nachhaltiger Regionalentwicklung beizutragen.

Die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE) bietet Anknüpfungspunkte für Tourismusunternehmen und hat Mitarbeiter*innen in Regionen, die touristisch attraktiv und wirtschaftlich relevant sind. Typische Anknüpfungspunkte für nachhaltige Tourismusprojekte sind:

Vor Ort vernetzen wir Unternehmen mit NGOs und Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit und helfen, passende Partner zu finden.

Standorte mit Wachstumsperspektiven für nachhaltigen Tourismus

Südliches Afrika

Afrika ist die am schnellsten wachsende Tourismusregion der Welt. Im vergangenen Jahr (2025) wuchs der Tourismussektor im südlichen Afrika um etwa zehn Prozent – angetrieben durch Safari-, Geschäfts- und Abenteuertourismus. In Ländern wie Südafrika, Namibia und Kenia entstehen Solar Lodges, klimaneutrale Hotels und Safariangebote mit lokaler Wertschöpfung. Auch Äthiopien und die Seychellen verzeichneten starken Zuwachs als Tourismusdestinationen. 

Durch steigende Einnahmen wird vermehrt in erneuerbare Energien, Infrastrukturausbau, Naturschutz und Digitalisierung investiert. Partner wie die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank fördern Programme zu Naturtourismus, Einbindung lokaler Gemeinden, Fachkräfteentwicklung, Klimaanpassung und Biodiversitätsschutz. 

Diese Entwicklungen bieten hervorragende Einstiegspotenziale für Tourismusanbieter.

Südostasien

Auch Südostasien gehörte 2025 zu den wachstumsstärksten Tourismusregionen weltweit. Besonders Vietnam mit einem Wachstum von über acht Prozent und Indonesien mit dem schnellsten Wachstum seit zwei Jahren zählen zu den Top-Performern. Diese Destinationen setzen verstärkt auf klimafreundliche Infrastrukturprojekte, energieeffiziente Hotelstandards sowie auf Strategien zur Reduzierung von Plastik und Abfall in beliebten Küstenregionen. 

Gleichzeitig fördern Regierungen und Entwicklungsbanken Innovationen zur Bewältigung der Klimafolgen und unterstützen Betriebe beim Übergang zu umweltfreundlicheren Geschäftsmodellen. In Indonesien konnten durch nachhaltige Tourismusentwicklungsprogramme bereits 1,2 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. 

Zudem entwickelt sich der Sektor digital weiter: Datenbasierte Besucherlenkung, KI gestützte Buchungssysteme und smarte Energie  und Verkehrsmanagementlösungen schaffen neue Märkte. 

Durch Partnerschaften mit der Entwicklungszusammenarbeit können Unternehmen vor Ort nachhaltige Lösungen und attraktive Angebote entwickeln – von klimafreundlichen Hotels und Kreislaufwirtschaft Projekten bis hin zu Bildungsinitiativen für Fachkräfte im Tourismussektor.

Lateinamerika

Zu den besucherstärksten Reisezielen Lateinamerikas zählen unter anderem Länder wie Brasilien, Kolumbien und Mexiko. Brasilien verzeichnete 2025 den höchsten Zuwachs an internationalen Ankünften weltweit – rund 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieses Wachstum ist Ergebnis gezielter staatlicher Strategien, die nachhaltige Infrastruktur, internationale Konnektivität und ökologische Standards stärker fördern. 

Zahlreiche Entwicklungsinitiativen begleiten die Region auf diesem Weg und unterstützen Länder beim Aufbau nationaler Strategien für nachhaltigen Tourismus, um Kapital gezielt in grüne Investitionen zu lenken – etwa energieeffiziente Hotels, kulturorientierte Stadterneuerungen oder regenerative Tourismusangebote in ländlichen Regionen. Auch Sektoren wie erneuerbare Energien, Biodiversitätsschutz und Fachkräfteentwicklung eröffnen Kooperations- und Marktperspektiven.

Osteuropa

Osteuropa zählt seit mehreren Jahren zu den dynamischsten Tourismusregionen Europas. Zentral- und Osteuropa verzeichneten 2024 die stärkste Wachstumsrate aller europäischen Regionen im internationalen Tourismus. Länder entlang der Adria und in den Karpaten verzeichnen besonders hohe Zuwächse im Natur-, Outdoor- und Kulturtourismus. Gleichzeitig treiben steigende Einnahmen Investitionen in nachhaltige Infrastruktur voran – etwa in energieeffiziente Hotels, Abfall- und Abwassersysteme, sowie den Ausbau von Wander-, Rad- und Schutzgebietsangeboten. Besonders Albanien hat sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenziel zu einer zunehmend gefragten Destination entwickelt. Das Land empfing 2024 rund knapp zwölf Millionen ausländische Tourist*innen – ein Wachstum von 15 Prozent gegenüber 2023.

Entwicklungsinitiativen der GIZ wie das Programm „Green Transition for Circular Economy“ unterstützt Unternehmen beim Aufbau ressourceneffizienter Betriebsprozesse – etwa durch Abfallreduktion, Wiederverwertung und nachhaltige Energie- und Materialnutzung in touristischen Betrieben. Ein weiteres praktisches Beispiel ist der Peaks of the Balkans-Fernwanderweg, der als gemeinsames Angebot Albaniens, Montenegros und des Kosovos mit Unterstützung der GIZ entwickelt wurde. Damit entstehen vielfältige Chancen für Unternehmen – von natur- und kulturorientierten Angeboten über nachhaltige Infrastruktur- und Mobilitätslösungen bis hin zu Dienstleistungen rund um Regionalentwicklung und Fachkräfte-Qualifizierung.

Unterstützungsangebote für Unternehmen

Die AWE organisiert ihre Unterstützungsangebote für die Tourismusbranche auch über den im Jahr 2016 gegründeten Branchendialog Tourismus für nachhaltige Entwicklung.

  • Multi-Akteurs-Partnerschaft: Rund 30 Unternehmen der Reisebranche, Tourismusverbände, Nichtregierungsorganisationen und Universitäten engagieren sich im Branchendialog. 
  • Arbeitsgruppen und Projektteams bearbeiten laufend aktuelle Themen rund um Tourismus und Entwicklung. 
  • Die AWE organisiert den Branchendialog in enger Abstimmung mit dem BMZ und stellt Kontakte zu Tourismusprojekten der GIZ in den Destinationen und politischen Akteuren in Deutschland her.

Weitere Inhalte zum Thema Tourismus

BeitragTourismus
Das Bild zeigt Yasemine Zerrad aus Marokko, die im Hohen Atlas ein Guesthouse führt.
Datum 08.04.2026

Sanfter Tourismus im hohen Atlas

Yasemine Zerrad berichtet, wie sie mit ihrem Gästehaus im hohen Atlas neue Wege für den Tourismus geht.

VeranstaltungTourismus
Keine Beschreibung vorhanden
Datum 15.11.–21.11.26 Veranstaltungsort Kapstadt, Südafrika

Lern- und Führungsdelegation nach Südafrika

Delegationsreise zum Thema regenerativer Tourismus am Westkap.

AngebotAus- und WeiterbildungTourismus
Eine Person steht vor einem Laden oder Café im Eingang und hält eine Tasse in der Hand.

eAcademy Tourism and Hospitality: Alles, was gute Gastgeber brauchen

Tourismus boomt weltweit, doch vielerorts herrscht ein Fachkräftemangel. Die eAcademy Tourism and Hospitality qualifiziert Mitarbeitende praxisnah für die Anforderungen der Branche.

BeitragTourismusGender und Diversität
Zwei Personen befinden sich in einem Werkstatt- oder Ladenraum; eine Person sitzt an einer Maschine, die andere steht daneben.
Datum 03.03.2024

Wie Unternehmerinnen Tourismus neu denken

Die tunesische Sozialunternehmerin Leila Ben-Gacem fördert Frauen und bewahrt kulturelles Erbe durch nachhaltigen Tourismus.

VeranstaltungTourismus
Viele Personen gehen durch eine helle Messehalle mit verschiedenen Ausstellungsständen.
Datum 16.03.–18.03.27 Veranstaltungsort Berlin

ITB Berlin 2027

Die ITB Berlin 2027 bietet einen kompakten Überblick über zentrale Trends, Innovationen und Zukunftsthemen der globalen Reise- und Tourismusbranche.

AngebotTourismusNetzwerke
Ein Mann sitzt von hinten gesehen am Kopfende eines U-förmigen Konferenztisches, während im Hintergrund eine Präsentation mit dem Titel „Roundtable. Tourismus, Verantwortung, Entwicklung“ an die Wand projiziert wird.

Fairer Tourismus: Mit gutem Gewissen reisen

Gemeinsam Standards setzen: Der Branchendialog Tourismus fördert Nachhaltigkeit im Gastgewerbe, sodass Unternehmen und Menschen vor Ort profitieren. Gestalten Sie mit!

BeitragEnergieTourismus
Vier Personen stehen vor einer Wand mit bunten Logos zusammen; zwei von ihnen halten Dokumente in den Händen und lächeln in die Kamera.
Datum 29.01.2024

SAP und GIZ helfen, die Zertifizierung von grünem Wasserstoff zu digitalisieren

Die Digitalisierung vereinfacht es nachzuweisen und zu überprüfen, wie nachhaltig grüner Wasserstoff ist.

BeitragTourismus
Das Bild zeigt 18 Personen, die sich zu einem Gruppenbild formiert haben. Fast alle halten Zeugnisse in den Händen.
Datum 18.01.2023

Kolumbien: Tourismus trägt zum Umwelt- und Ressourcenschutz bei

Um Tourismus in Entwicklungsländern nachhaltig zu gestalten, braucht es grüne Geschäftsmodelle mit Job- und Zukunftsperspektiven.

BeitragLandwirtschaftTourismus
Das Bild zeigt zehn Kompostsäcke in Kolumbien, die auf einem Tisch platziert sind. An jedem Sack ist ein Schild mit Informationen angehängt.
Datum 04.11.2022

Tunesien und Dominikanische Republik: Tourismus, der Umwelt nützt

Um den Tourismus in Entwicklungsländern widerstandsfähiger gegen Krisen zu machen, braucht es eine nachhaltige Entwicklung.

BeitragTourismusPartners in Transformation
Kleines Rundhaus mit Strohdach steht zwischen Palmen auf sandigem Boden.
Datum 09.03.2022

Eine neue Destination für nachhaltigen Tourismus auf den Philippinen

Das Touristikunternehmen „Reisen mit Sinnen“ schuf auf den Philippinen Tourismusangebote. Eine Förderung durch develoPPP machte es möglich.