Gewerkschaften international beraten und stärken
Die Zusammenarbeit zwischen privatwirtschaftlichen Akteuren und der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) hat eine lange Tradition. Im Gegensatz dazu steht die Kooperation der Entwicklungszusammenarbeit mit Gewerkschaften noch ziemlich am Anfang. Ein wichtiger Schritt war 2023 die Grundsatzerklärung zwischen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Sie legt fest, gewerkschaftliche Perspektiven stärker in die EZ einzubringen.
Mit ihrer langjährigen Erfahrung als Sozialpartner und in der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen unterstützen deutsche Gewerkschaften die Partnerländer des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Vor Ort helfen sie, faire Arbeitsbedingungen durchzusetzen, sozialen Dialog zu etablieren und die wirtschaftliche Teilhabe zu stärken.
Wo Gewerkschaften global wirken: die AWE als Partnerin
Die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE) ist die zentrale Anlaufstelle für deutsche Gewerkschaften, die internationale Projekte starten oder vertiefen wollen. Unsere Expert*innen sind unmittelbar bei den Gewerkschaften angesiedelt. Als sogenannte Union Scouts beraten sie diese zu den Fördermöglichkeiten, die die Bundesregierung für gewerkschaftliches Engagement in Schwellen- und Entwicklungsländern bereitstellt.
Angelehnt ist die Einrichtung der Union Scouts an die Business Scouts. Dabei handelt es sich um Kontaktpersonen in Kammern und Verbänden, die ebenfalls von der AWE im Auftrag der GIZ entsendet werden. Union Scouts gibt es beim DGB, aber auch bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) und bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE).
Was wir für Gewerkschaften in der Entwicklungszusammenarbeit tun
- Chancen erkennen: Wir spüren Ansatzpunkte auf, wie Gewerkschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern gestärkt werden können – von fairen Arbeitsbedingungen bis hin zu Mitbestimmung und Teilhabe.
- Direkte Ansprechpartner*innen: Unsere Expert*innen bei DGB, GEW, IG Metall oder IGBCE sind nah dran an den Bedürfnissen von Gewerkschaften und begleiten diese bei ihren Vorhaben.
- Individuelle Beratung: Wir zeigen auf, welche Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten passen, und vermitteln geeignete Partner – immer abgestimmt auf die strategischen Ziele der Gewerkschaften.
- Von der Idee zum Projekt: Ob Antrag, Strategie oder Konzept – wir begleiten den gesamten Prozess und erleichtern den Zugang zu Fördermitteln und Kooperationen.
- Gemeinsam entwickeln: Zusammen mit Gewerkschaften erarbeiten wir praxisnahe Projektideen, die Wirkung entfalten und sich an vorhandene Strukturen anschließen lassen. Die Umsetzung übernehmen erfahrene Organisationen wie die sequa gGmbH.
- Unterstützung in der Umsetzung: Auch während laufender Projekte stehen wir beratend zur Seite und sorgen dafür, dass Vorhaben nachhaltig wirken.



