Auf einen Blick
Darum ist dieses Thema wichtig für deutsche Unternehmen:
Im Globalen Süden steht die Landwirtschaft vor einem tiefgreifenden Wandel. Steigende Nachfrage, Klimawandel und knappe Ressourcen verlangen nach modernen Lösungen.
Diese Wachstumschancen bieten sich:
Die Lebensmittelindustrie wächst rasant. Investitionen in Produktion, Lagerung, Transport, Verarbeitung und Verpackung schaffen Mehrwert – nicht nur für den Export nach Europa, sondern auch für die regionalen Märkte. Wer hier frühzeitig stabile Lieferketten aufbaut, sichert sich Wettbewerbsvorteile.
So können sich Unternehmen engagieren:
Gefragt sind Technologien und Know-how: von smarter Bewässerung und Ertragsanalytik über Agri-PV bis hin zu KI-Lösungen. Unternehmen, die in faire und effiziente Lieferketten investieren, profitieren doppelt durch verlässliche Rohstoffquellen und neue Absatzmärkte.
Wer in der Lebensmittel- und Rohstoffbranche wachsen will, kommt am Globalen Süden kaum vorbei. Viele Rohstoffe und Lebensmittel, die deutsche Unternehmen in Europa verarbeiten oder als Spezialitäten vermarkten, stammen von dort. Und das Geschäft endet längst nicht beim Anbau: Auch Lagerung, Transport, Verarbeitung und Verpackung eröffnen lohnende Wertschöpfungsstufen.
Der Agrarhandel vor Ort bietet zusätzliche Perspektiven. Bevölkerungswachstum, neue Konsumgewohnheiten und steigende Ansprüche an die Qualität von Lebensmitteln sorgen für eine dynamische Nachfrage. Mittelständische Betriebe im Agrar- und Ernährungssektor legen zu, entlang der Wertschöpfungsketten entstehen innovative Geschäftsmodelle. Prognosen zeigen: In Afrika wächst die Lebensmittelindustrie bis 2030 um knapp zehn Prozent jährlich, in Lateinamerika werden rund 550 Milliarden Euro Umsatz erwartet – etwa 150 Milliarden mehr als heute.
Lohnender Sektor mit Herausforderungen
So spannend der Markt ist, er bringt Herausforderungen mit sich. Der Klimawandel macht sich schon heute massiv bemerkbar: Dürren, Überschwemmungen und andere Extremwetterereignisse drücken auf Ernteerträge und gefährden die Ernährungssicherheit. Über 510 Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bilden zwar das Rückgrat der Landwirtschaft, doch vielen fehlt der Zugang zu modernen Methoden, Wissen und Technologien – etwa um ihre Anbausysteme zu diversifizieren. Die Folgen sind gravierend: Im Jahr 2024 litten nach Messungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zwischen 638 und 720 Millionen Menschen an Hunger, vor allem in ländlichen Regionen.
Agrarlieferketten stärken
Hier kommen deutsche Unternehmen ins Spiel. Wer gemeinsam mit lokalen Partnern in Verarbeitung, Transport und Lagerung investiert, steigert nicht nur die Qualität und Haltbarkeit von Produkten, sondern sorgt auch für zusätzliche Wertschöpfung direkt vor Ort. Schulungen, Technologietransfer und faire Verträge stärken Kleinbäuerinnen und Kleinbauern – und machen Lieferbeziehungen stabiler und verlässlicher.
Für deutsche Firmen ist das ein doppelter Gewinn: Sie sichern sich Zugang zu hochwertigen Rohstoffen, bauen Abhängigkeiten ab und diversifizieren ihre Lieferketten. Gleichzeitig erschließen sie sich wachsende Absatzmärkte im Globalen Süden – und positionieren sich als Partner auf Augenhöhe.
Aus der Praxis
High-Tech auf dem Acker: Smart Farming
Digitale Technologien wie IoT, Big Data und Künstliche Intelligenz machen die Landwirtschaft effizienter und umweltfreundlicher. Das deutsche Unternehmen VIDA etwa hat mit develoPPP seine Geoinformationssoftware erfolgreich in mehreren Ländern Subsahara-Afrikas eingeführt. Die KI-gestützte Lösung analysiert per Satellitendaten den Energiebedarf landwirtschaftlicher Flächen und Potenziale für erneuerbare Energien. Ergebnis: Zugang zu neuen Märkten – und eine Positionierung als Anbieter digitaler Infrastruktur und Schulungspartner.
Agri-PV: Energie trifft Landwirtschaft
Auch Agriphotovoltaik (Agri-PV) gewinnt an Bedeutung. Sie kombiniert Landwirtschaft mit Solarstromerzeugung – ein klarer Vorteil in Regionen, in denen Land und Energie knapp sind. Deutsche Unternehmen können hier ihre Technologie für Photovoltaik, Bewässerung und digitale Steuerungssysteme exportieren und gleichzeitig zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. SUNfarming hat dies mit develoPPP in der Türkei vorgemacht: Auf einem Solarpark nahe der syrischen Grenze verband das Unternehmen Stromproduktion mit digital gesteuerter Landwirtschaft und Schulungen für Geflüchtete und Einheimische. Die Erfahrungen dienen nun als Sprungbrett für ähnliche Projekte in Afrika.
Wissen teilen, Wertschöpfung stärken
Nachhaltige Lieferketten schaffen faire Partnerschaften und wirtschaftlichen Mehrwert. Das Unternehmen africrops! setzt mit Unterstützung von develoPPP in Tansania auf professionelle Wertschöpfungsketten rund um den Baobab-Baum. Gemeinsam mit dem Frauennetzwerk TAGEFA bietet es Schulungen an, schließt Verträge mit Fruchtsammler*innen und schafft Jobs – etwa in der Produktion von Pflanzenkohle als klimafreundliche Alternative zu Holzkohle.
Die Beispiele zeigen: Nachhaltige Landwirtschaft zahlt sich doppelt aus. Unternehmen, die Ressourcen schonen, umweltfreundlich wirtschaften und faire Kooperationen eingehen, sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit – und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze, Einkommen und Ernährungssicherheit vor Ort.
Digitaler Acker: Mehr Nachhaltigkeit durch Smart Farming
Drohnenüberwachung
Drohnen werden eingesetzt, um Felder aus der Luft zu überwachen und frühzeitig Schädlinge oder Krankheiten zu erkennen.
Bodensensoren
Sensoren im Boden messen Feuchtigkeit und Nährstoffgehalt, um die Bewässerung und Düngung präzise zu steuern.
Automatisierte Traktoren
Selbstfahrende Traktoren können Felder autonom pflügen, säen und ernten, was die Effizienz steigert.
Satellitenbilder
Satelliten liefern hochauflösende Bilder, die Landwirten helfen, den Zustand ihrer Felder zu überwachen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.
KI-gestützte Ernteprognosen
Künstliche Intelligenz analysiert Wetterdaten und historische Ernteergebnisse, um genaue Vorhersagen für zukünftige Ernten zu treffen.
Sie wollen landwirtschaftliche Aktivitäten nachhaltig und innovativ gestalten?
Die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE) ist Ihre erste Anlaufstelle und berät Sie zu möglichen nächsten Schritten, vermittelt Sie an Ansprechpersonen und gibt Ihnen einen Überblick, welche Förderung am besten zu Ihnen passt. Diese Förderprogramme stehen Ihnen offen:
develoPPP
Das BMZ fördert Unternehmensinitiativen, die den Agrarsektor in Entwicklungs- und Schwellenländern messbar nachhaltiger machen und dadurch weltweit zu einer sicheren Lebensmittelversorgung beitragen.
Mehr lesenImpactConnect
Die DEG fördert vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die in reformorientierten afrikanischen Ländern investieren, mit Darlehen von 750.000 bis fünf Millionen Euro.
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