Das Unternehmen

Im Jahr 2009 gründete der deutsche Unternehmer Matti Spiecker gemeinsam mit seinem kenianischen Partner Peter Wangara LIMBUA. Ihr Ziel: Bio-Macadamianüsse direkt von Kleinbäuer*innen beziehen und diese ohne Zwischenhändler auf den Weltmarkt bringen. So sollte ein möglichst großer Teil der Wertschöpfung in Kenia bleiben. Heute arbeiten über 9.000 bio-zertifizierte Kleinbauernfamilien mit LIMBUA zusammen – eine Partnerschaft, die Einkommen sichert und faire Marktchancen eröffnet.
Die Challenge
Dekarbonisierung ist ein Wettbewerbsfaktor
Wie viele europäische Unternehmen steht auch LIMBUA vor der Herausforderung, seine Produktion und Lieferketten klimafreundlich zu gestalten.
Regulatorische Vorgaben der EU und steigende Erwartungen von Investor*innen, Kund*innen und Mitarbeitenden erfordern klare Strategien zur Dekarbonisierung. Klimaschutz wird damit nicht nur zur moralischen Pflicht, sondern auch zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Der Projektansatz
Kurze Wege, regionale Verarbeitung
LIMBUA kauft die Macadamia-Nüsse direkt von Kleinbäuer*innen in Kenia. Dadurch entfallen Emissionen und Energieaufwand, die sonst durch komplexe Lieferketten, zum Beispiel über Zwischenlager, Transporte oder Handelsstufen entstehen. Die Verarbeitung erfolgt lokal – das bedeutet kurze Wege und regionale Wertschöpfung. Ein innovativer Schritt: Die jährlich anfallenden 3.000 Tonnen Macadamia-Schalen werden wiederverwertet.
Die Umsetzung
Mit Sonnenkraft Energie einsparen
Die Nussschalen dienen als Energiequelle, da LIMBUA sie als Brennstoff für die Trocknungsöfen benutzt. Das deutsch-kenianische Unternehmen produziert aus ihnen Strom, indem es ein Holzvergaser-Blockheizkraftwerk einsetzt.
Die Produktionsstätten laufen außerdem seit einigen Jahren mit Strom aus Photovoltaik-Anlagen. Dadurch reduziert LIMBUA den Einsatz fossiler Brennstoffe vor Ort. Das spart CO₂-Emissionen direkt im Produktionsprozess. Der Export nach Europa erfolgt ausschließlich per Seefracht. So entsteht ein Kreislaufmodell, das Emissionen vermeidet und Kosten spart.
Das Ergebnis
- Durch die Nutzung von erneuerbaren Energien und Kreislaufwirtschaft konnte LIMBUA große Mengen an CO₂ einsparen.
- Das Unternehmen schuf 200 neue Arbeitsplätze in der Region durch Investitionen in moderne Produktionsstätten und beschäftigt insgesamt mehr als 900 Mitarbeitende vor Ort.
- Die lokale Verarbeitung schafft eine höhere Wertschöpfung im Land.
- Das Projekt stärkt kleinere Betriebe, die faire Preise und stabile Absatzmärkte erhalten.
- LIMBUA wurde als Unternehmen zum Vorreiter für nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Das erleichtert es dem Unternehmen, weiteren Zugang zum afrikanischen Markt zu erhalten.
- Mit seinem Fokus auf Nachhaltigkeit kann das Unternehmen eine immer größer werdende Zielgruppe ansprechen und auch bei deutschen Kunden punkten.
- LIMBUA hilft, die Akzeptanz für faire Produkte auch in Deutschland weiter zu erhöhen und den Markt zu öffnen.
Die wichtigsten Erfahrungen
Insgesamt hat die Umsetzung des nachhaltigen Konzepts länger gedauert als zu Beginn von LIMBUA erwartet. Gleichzeitig übertraf im Ergebnis (neben dem sozialen und ökologischen Impact) der Umfang der wirtschaftlichen Vorteile und der gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit die Erwartungen deutlich. LIMBUA zeigt damit, dass nachhaltige Maßnahmen sich auch wirtschaftlich lohnen. Energieeffizienz, kluge Transportstrategien und Klimaschutzmaßnahmen senken nicht nur langfristig Kosten. Sie steigern auch den Markenwert und die Reputation auf internationalen Märkten.
Die Partner
LIMBUA
Geschäftsidee und Know-how entspringen dem unternehmerischen Engagement von LIMBUA.
Mehr lesenDEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft / ImpactConnect
ImpactConnect stellt Darlehen für entwicklungswirksame Investitionsvorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern bereit.
Mehr lesenAgentur für Wirtschaft und Entwicklung
Auf Empfehlung eines langjährigen LIMBUA-Kunden führte die AWE 2019 eine Erstberatung für LIMBUA durch.
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