Auf einen Blick
Darum ist dieses Thema wichtig für deutsche Unternehmen:
Die Kreislaufwirtschaft zählt zu den wichtigsten Ansätzen für nachhaltiges Wirtschaften – und bietet im Globalen Süden wachsende Marktchancen.
Diese Wachstumschancen bieten sich:
Die globale Abfallmenge soll sich bin 2050 verdoppeln. Somit wird auch für das Marktvolumen der Kreislaufwirtschaft ein stetiges Wachstum prognostiziert.
So können sich Unternehmen engagieren:
Für deutsche Unternehmen ergibt sich eine strategische Doppelrolle: als Technologielieferant und als Partner für die lokale Wertschöpfung.
Wachstumsmärkte mit strukturellem Bedarf
Gleichzeitig bieten genau diese strukturellen Defizite wirtschaftliche Chancen: Investitionen in Abfallsortierung, Recycling, Reparatur und Wiederverwendung können nicht nur ökologische Schäden begrenzen, sondern auch Arbeitsplätze schaffen und lokale Industrien stärken. In der Entwicklungszusammenarbeit hilft die Kreislaufwirtschaft dabei, nachhaltige wirtschaftliche Strukturen aufzubauen: Länder im Globalen Süden verringern dadurch auch ihre Abhängigkeit von importierten Rohstoffen.
Konzepte zu Abfallvermeidung, Recycling und Deponiemanagement stehen dort oft noch am Anfang. Jedoch findet in diesen Staaten – schon aufgrund der Präsenz des Abfalls im Alltag vieler Menschen – in der Politik ein Umdenken statt. Und auch junge Unternehmerinnen und Unternehmern setzen sich bewusster mit den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft auseinander.
Grafik angepasst nach einer Vorlage von plan p GmbH, lizenziert unter CC-BY 4.0, siehe https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ © plan p GmbH
Mehr als nur Export
Deutsche Unternehmen können nicht nur Technik und Verfahren der Abfallwirtschaft in den Globalen Süden exportieren. Wenn sie selbst vor Ort sind, können sie von kreislaufwirtschaftlichen Ansätzen profitieren und somit effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger produzieren. Zudem bietet der Ausbau der Kreislaufwirtschaft in Schwellenländern eine Möglichkeit, globale Lieferketten resilienter zu gestalten. Wenn Materialien vor Ort wiederverwendet und recycelt werden, können deutsche Unternehmen langfristig unabhängiger von schwankenden Preisen und Lieferengpässen bei Rohstoffen werden.
Herausforderungen bleiben
Laut dem Circularity Gap Report von 2025 sind nur rund sieben Prozent der globalen Wirtschaft zirkulär. Der Trend ist sogar leicht rückläufig. Grund hierfür ist unter anderem die Abhängigkeit von primären Ressourcen in einer Zeit zunehmender Lieferkettenrisiken. Kreiswirtschaftliche Technologien können dabei mit dem Materialverbrauch der Weltwirtschaft nicht Schritt halten.
Herausfordernd auf dem Weltmarkt bleiben für Unternehmen aus Europa vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen, günstigere Primärrohstoffe, die Finanzierung sowie die Anpassung moderner (Spitzen-)Technologien an lokale Gegebenheiten. Aufgrund einer in der Regel weniger ausgeprägten Kreislaufwirtschaft im Globalen Süden gibt es dort verschiedene Anforderungen – Bedingungen, bei denen für Unternehmen verschiedene Ansprechpersonen vor Ort essenziell sind.
Technologievorsprung “Made in Germany”
Deutsche Firmen sind in der Kreislaufwirtschaft besonders innovativ und erfolgreich: Ihr Anteil am globalen Markt liegt laut einer Studie von 2021 im Auftrag des Bundesumweltministeriums bei bemerkenswerten 17 Prozent – deutlich über dem allgemeinen Anteil Deutschlands an der Weltwirtschaft von drei Prozent. Zu den führenden deutschen Unternehmen zählen die Steinert GmbH im Bereich von Sortiersystemen mit Magneten und Sensoren sowie die WISTEMA GmbH, die sich auf die Aufbereitung von Abfallströmen in der chemischen Industrie konzentriert.
Die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE) hat zahlreiche Partner und viel Know-how. Sie kann deutsche Unternehmen beim Markteinstieg mit Technologien für die Kreislaufwirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern begleiten. In Indonesien führt die AWE zum Beispiel eine Studie durch, wie sich Industrieparks im Sinne der Kreislaufwirtschaft in Eco-industrial parks transformieren lassen – und welche Technologien für die Umsetzung dieser Neugestaltung notwendig sind.
Förderung, Netzwerke und Zukunftslabor
Als Teil der GreenTech-Branche gibt es für die Kreislaufwirtschaft ein breites Förder- und Finanzierungsangebot. Dazu zählen:
develoPPP
Das Förderprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat bereits zahlreiche Projekte in der Kreislaufwirtschaft gefördert
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Umweltprogramm der KfW
Zinsgünstige Finanzierung von allgemeinen Umweltschutzmaßnahmen bis zu 25 Millionen Euro
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Exportinitiative Umweltschutz (EXI)
Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) für den Know-how-Transfer und die Anwendung von Umweltschutz- und Ressourceneffizienztechnologien
Mehr lesenDie AWE unterstützt Unternehmen bei Fördermittelanträgen, unter anderem bei der DEG, KfW, GIZ oder auch in der EU. Gleichzeitig führt sie Monitorings und Evaluierungen durch, um die Effektivität von kreislaufwirtschaftlichen Maßnahmen sicherzustellen.
Ein weiteres wichtiges Instrument für Unternehmen stellen Netzwerke dar. Dazu zählen im Bereich der Kreislaufwirtschaft:

PREVENT Waste Alliance
Plattform für Austausch und internationale Kooperation von über 450 Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und der öffentlichen Hand
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German Water Partnership
Netzwerk von über 300 international ausgerichteten Unternehmen der deutschen Wasserwirtschaft
Mehr lesenNoch einen weiteren Ansatz bietet das Lab of Tomorrow an. Seine Expert*innen entwickeln mit Unternehmensberater*innen und Unternehmer*innen ein Geschäftsmodell. Auch kreislaufwirtschaftliche Themen stehen hier im Fokus. Bisher haben sie sich unter anderem mit der Verringerung von Plastikmüll in Thailand, einem Kreislauf-Lebensmittelsystem in Ruanda, der Wiederverwendung von Bioabfällen in Serbien und der Verbesserung des Abfallmanagements in Jordanien befasst.






