Das Land
Demokratie zwischen den Ozeanen
Kolumbien ist eine Demokratie in Südamerika, die mit am längsten besteht. Die Geschichte des Landes ist jedoch geprägt von Gewalt, zahlreichen Bürgerkriegen und dem Kampf gegen organisierte Kriminalität. Die politischen Akteure sind permanent gefordert, den inneren Frieden zu bewahren sowie die politischen und zivilen Rechte der Bevölkerung sicherzustellen.
Im Land leben 53 Millionen Menschen, über 80 Prozent von ihnen in städtischen Gebieten. Die Alphabetisierungsrate liegt bei über 95 Prozent.
Gleichzeitig ist Kolumbien weltweit das Land mit der zweitgrößten Biodiversität. Diese geht zurück auf die vielfältigen Landschaften: Es gibt unter anderem Gebirge, Sumpfgebiete, Savannen und Regenwald. Zudem verfügt Kolumbien über Küsten zu Atlantik und Pazifik.
Der Markt
Die grüne Wirtschaft kommt in Schwung
Mit seiner über 3.000 Kilometer langen Küste bietet Kolumbien jede Menge Potenzial für erneuerbare Energien, zum Beispiel für Off-Shore-Windparks. Die Regierung will diese Chance nutzen und den Treibhausgasausstoß im Land bis zum Jahr 2030 um 51 Prozent reduzieren. Daher bringt sie vielfältige zukunftsträchtige Initiativen auf den Weg: Sie will die Industrie dekarbonisieren, erneuerbare Energien fördern und zugehörige Infrastruktur wie Stromspeicher ausbauen.
Grüner Wasserstoff und Kreislaufwirtschaft stehen im Fokus ebenso wie neue Fachkräfte, die sich zukünftig im Bereich Green Skills über duale Ausbildungen für Jobs qualifizieren sollen. Gleichzeitig hat sich die Regierung verpflichtet, im Rahmen der Energiewende die gesamte Bevölkerung (besser) mit Strom zu versorgen und beispielsweise mit mehr Ökotourismus neue nachhaltige Einnahmequellen zu schaffen.
Die Wirtschaft
Volkswirtschaft wächst stabil
Kolumbien hat mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 418,8 Milliarden US-Dollar die drittgrößte Volkswirtschaft Südamerikas. Sie wuchs 2024 um 1,7 Prozent und soll ab 2025 stetig um mindestens 2,4 Prozent jährlich zulegen. Die Arbeitslosenquote beträgt zehn Prozent, während die Inflation bei 4,7 Prozent liegt.
Die wichtigsten Sektoren sind Bergbau und Industrie (22,9 Prozent Anteil am BIP), Handel, Gaststätten und Hotels (15,7 Prozent) sowie die Landwirtschaft (9,7 Prozent). Kolumbiens wichtigste Exportgüter sind Erdöl und Erdölprodukte, Kohle und Kaffee. Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner Kolumbiens innerhalb der Europäischen Union (EU). Deutsche Unternehmen sind besonders präsent im Maschinenbau, der Autoindustrie, der chemischen Industrie sowie bei den erneuerbaren Energien.
Wussten Sie, dass…
- mit der Sierra Nevada de Santa Marta das höchste Küstengebirge der Welt in Kolumbien liegt (höchster Gipfel: 5.775 Meter)?
- Kolumbien der weltweit größte Smaragdproduzent ist?
- in Kolumbien 115 indigene Völker leben?
Die Politik
Zwischen inneren Konflikten und ehrgeizigen Klimazielen
Kolumbien ist geprägt von jahrzehntelangen inneren Konflikten, etwa mit den FARC-Rebellen. 2016 unterzeichnete die Regierung mit der Guerillagruppe ein Friedensabkommen, doch es kommt weiterhin zu Anschlägen. Auch Verbrecherkartelle bedrohen die Sicherheit des Staates. Die Regierung will die Konflikte beruhigen und gleichzeitig mit ihren ambitionierten Klimazielen eine Vorreiterrolle einnehmen.
Der Freedom House Index bewertet Kolumbien mit 70/100 Punkten als „frei“. Im Korruptionsindex 2025 von Transparency International rangiert Kolumbien auf Platz 99 von 182 Staaten. Der Gini-Koeffizient liegt bei 53,9 und weist auf eine erhöhte Einkommensungleichheit hin.
In Zukunft könnte Kolumbien von dem Freihandelsabkommen der EU mit den MERCOSUR-Staaten profitieren.
Die Chancen
Partnerschaft mit Deutschland erleichtert Einstieg
Die Regierung Kolumbiens will mit seinem Zukunftskurs Klima und Regenwald schützen und gleichzeitig unabhängiger von fossilen Energieträgern werden. Daraus ergeben sich zahlreiche Geschäftsgelegenheiten für deutsche Unternehmen. Besonders attraktiv sind folgende Bereiche:
- Erneuerbare Energien
- Elektromobilität
- Dekarbonisierung der Industrie
- Kreislaufwirtschaft
Die deutsch-kolumbianische Partnerschaft für Klima und eine gerechte Energiewende bietet den Rahmen dafür, dass deutsche Unternehmen leicht Fuß fassen. Vor Ort vernetzen unter anderem die Deutsch-Kolumbianische Industrie- und Handelskammer (AHK Kolumbien) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH alle relevanten Akteure und vereinfachen den Zugang zu Fördermitteln.
Die AWE berät zu Programmen wie develoPPP, die auch für Projekte in Kolumbien genutzt werden können. Kolumbien ist darüber hinaus ein Partnerland des Import Promotion Desks (IPD).


