Die Idee
Potenzial für erneuerbare Energien nutzen
Mit seiner über 3.000 Kilometer langen Küste und seiner spezifischen Topologie bietet Kolumbien jede Menge Möglichkeiten für erneuerbare Energien wie Wind-, Solar-, Wasser- und Bioenergie. Die Regierung will diese Chance nutzen und den Treibhausgasausstoß im Land bis zum Jahr 2030 um 51 Prozent reduzieren. Daher bringt sie vielfältige zukunftsträchtige Initiativen auf den Weg: Sie will die Industrie dekarbonisieren, erneuerbare Energien fördern, und zugehörige Infrastruktur wie Stromspeicher ausbauen und gleichzeitig die Qualifizierung von Fachkräften stärken.
Die Challenge
Mehr Fachkräfte, mehr Know-how, mehr (deutsche) Partner
Kolumbien fehlen für die Umsetzung der Energiewende nicht nur ausreichend qualifizierte Fachkräfte sondern auch praxisnahes Know-how sowie Zugang zu modernen Technologien. Gleichzeitig braucht die deutsche Energiewirtschaft verlässliche Partner, um sich Energieressourcen zu sichern sowie auf diesem strategisch wichtigen Zukunftsmarkt Fuß zu fassen.
Der Projektansatz
Wettbewerbsfähigkeit stärken mit deutscher Technologie
Die Projektpartner planten modulare, praxisorientierte Aus- und Weiterbildungsangebote für erneuerbare Energien, die sie gemeinsam mit Unternehmen, Institutionen und lokalen Akteuren entwickeln und realisieren wollten. Ziel war es, Kompetenzen aufzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit kolumbianischer Energie-Unternehmen zu stärken. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit kann deutsche Technologien und Bildungsangebote einbringen und perspektivisch können auch deutsche Unternehmen auf qualifizierte Fachkräfte in Kolumbien zugreifen.
Die Umsetzung
Brücke zwischen Kolumbien und Deutschland
Das Projekt CERFER fungiert als Brücke für den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Kolumbien und Deutschland. CERFER führte Pilotkurse und Bedarfsanalysen durch, bildet Multi-Akteurs- und regionale Partnerschaften und organisiert gezielten Wissenstransfer. Es griff Marktanforderungen auf, stärkte lokale Kompetenzen und integrierte deutsche Technologien und sowie Energie-Expertise in das Gesamtkonzept. Auf dieser Grundlage entwickelte CERFER ein modulares Bildungsangebot, eine Photovoltaik-Berufslaufbahn und ein Handbuch zur Qualitätssicherung.
Gleichzeitig kümmerte CERFER sich darum, dass lokale Gemeinschaften in die Ideen, Planungen und Entwicklungen der Energiewende eingebunden wurden. Da sie auf ihren Gebieten und in ihrem Alltag von dem Ausbau der erneuerbaren Energien persönlich betroffen sind, sollten sie ihre Perspektive einbringen und vor allem selbst von den Aktivitäten profitieren können.
Das Ergebnis
- Insgesamt wurden in 14 Kursen und Workshops über 1.500 Personen in verschiedenen Regionen Kolumbiens qualifiziert. Zudem wurden Trainer*innen ausgebildet, um einen nachhaltigen CERFER-Trainerpool für die nächste Projektphase aufzubauen.
- Parallel entstand ein starkes Multi-Akteurs-Netzwerk mit mehr als 15 unterzeichneten Kooperationsvereinbarungen (Memorandum of Understanding - MoU). Ein deutsch-kolumbianischer Beirat entwickelt die strategische Ausrichtung des Zentrums weiter.
- Über 30 Gemeindevertreterinnen aus Nord-La Guajira wurden in der Region qualifiziert, in der ENERTRAG und Colibrí Energy aktiv sind. Sie erhielten grundlegendes Wissen über erneuerbaren Energien und die Energiewende. Ebenso wie mehr als 750 Jugendliche, die mit dem Siemens-Bus der Siemens-Stiftung erreicht wurden.
- Im Rahmen des Kurses Hidrógeno 360°, organisiert mit dem World Energy Council Colombia und der Asociación Colombiana de Hidrógeno, wurden 104 Führungskräfte weitergebildet, mit fachlicher Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur (dena) und Messer als strategischem Unternehmenspartner. Darüber hinaus qualifizierte ECOPETROL in Kooperation mit CERFER 45 Frauen aus lokalen Gemeinden in Cartagena. Darunter befanden sich Frauen in Führungspositionen, Vertreterinnen von Gemeinderäten (Juntas de Acción Comunal) sowie indigene Frauen, die in praxisnahe Bildungsangebote und die Entwicklung Lernkonzepte eingebunden wurden. Damit leistet CERFER einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit und zur Förderung nachhaltiger Beschäftigungsmöglichkeiten.
- Beim Binationalen Forum Transformando el Futuro Energético (Die Zukunft der Energieversorgung gestalten) nahmen über 150 Vertreter*innen von Unternehmen, nationalen und regionalen Behörden, Verbänden und Gemeinden teil. Zur Dialogveranstaltung Connecting Energies kamen rund 100 Expert*innen aus deutschen und kolumbianischen EE-Verbänden zusammen, um gemeinsame Strategien und Kooperationsfelder weiterzuentwickeln. Im internationalen Kontext wurde CERFER sowohl beim Berlin Energy Transition Dialogue als auch auf der globalen Konferenz der deutschen Energiepartnerschaften als Best-Practice vorgestellt.
Die wichtigsten Erfahrungen
Die Energiewende gelingt nur, wenn die betroffenen, lokalen Gemeinschaften eingebunden sind und gemeinsam mit Unternehmen, Regierung und Bildungsinstitutionen handeln. Entscheidend ist es daher, eine Community aufzubauen, die Fachkräfte, Gemeinden und öffentliche wie private Akteure verbindet und ihnen Wissen, praktische Kompetenzen, Innovationsfähigkeit, Vertrauen und Zusammengehörigkeit vermittelt. Dies ist die Grundlage für eine sozial verankerte und wirtschaftlich tragfähige Energiewende in Kolumbien.
Die Partner
Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE)
Die AWE entsandte einen Business Scout zur AHK Kolumbien und prägte die Startphase von CERFER. Er entwickelte das Projekt mit Partnern, vernetzte Akteure, moderierte Dialoge, fand Förderinstrumente, unterstützte Konzeption und Finanzierung der 2. Phase.
Mehr lesenDeutsche Energie-Agentur (DENA)
Die dena begleitete CERFER in Phase 1 strategisch und fachlich. In Phase 2 verantwortet sie ein akademisches Modul und den strukturierten Wissenstransfer zwischen Deutschland und Kolumbien, insbesondere über Trainee-Austausch.
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Deutsch-Kolumbianische Industrie- und Handelskammer (AHK Kolumbien)
CERFER wurde in Phase 1 bei der AHK Kolumbien operativ gesteuert. Sie verantwortete Umsetzung und lokales Management, baute Partnerschaften auf, band Unternehmen ein und kommunizierte mit Stakeholdern. In Phase 2 übernimmt sie die Gesamtleitung.
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Siemens-Stiftung und Unternehmen
Unternehmen sind zentrale Partner in beiden Phasen. Sie bringen Praxiswissen ein, wirken als Co-Trainer, fördern die Qualifizierung und arbeiten im CERFER-Beirat mit deutschen und kolumbianischen Institutionen an Strategie und Marktrelevanz mit.
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