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Brasilien: Wie Start-ups und Unternehmen gemeinsam grüner werden

Start-ups und Investoren wirken gemeinsam: Über das Programm D4iD finden deutsche Unternehmen zuverlässige Kontakte nach Lateinamerika.

Mehrere Menschen strecken die Arme in die Luft, im Hintergrund sind Brasilienflaggen zu sehen.
© Unsplash_Nathalia Segato

Die Idee

Dekarbonisierung als Geschäftschance

Unternehmen in Brasilien ebenso wie in Deutschland müssen ihre Produktion vor dem Hintergrund der Klimaziele dekarbonisieren. Das ist eine Jahrhundertaufgabe, in der gleichzeitig Geschäftschancen für innovative Firmen, unter anderem Start-ups liegen. Das Wissen über grüne Technologien im Start-up- und Forschungsumfeld wächst schnell, jedoch kommen Anbieter und Industriepartner bisher häufig nicht zusammen. 

Die Challenge

Fehlende Kapazitäten für Innovation

Einerseits finden spezialisierte Startups oft keinen direkten Zugang zu Industriepartnern, Pilotierungsumgebungen und Investoren. Andererseits wissen Industrieunternehmen, dass sie dekarbonisieren müssen, haben jedoch nur begrenzte Kapazitäten für Co-Creation und offene Innovationsprozesse. Der Transfer von Forschung in marktfähige Lösungen erfolgt oft langsam. Es fehlen strukturierte Prozesse, um Start-ups mit klar definierten Industrie-Anforderungen zu verbinden.

Der Projektansatz

Systematische Partnerfindung

Das Projekt adressiert diese Lücke durch ein systematisches Co-Creation-Format, das Start-ups, Industrie und deutsche Marktakteure zusammenbringt. Nachhaltigkeit und Klimaschutz sollen systematisch im Innovationsökosystem verankert werden.

Die Umsetzung

Startups und Industrie gezielt zusammenbringen

Zur strategischen Steuerung des Projektes wurde zunächst ein Governance-Komitee eingerichtet. Es setzt sich aus der AHK São Paulo, Industriepartnern, dem operativen Umsetzungspartner sowie fachlicher Beratung zusammen. Das Gremium definiert thematische Schwerpunkte, trifft zentrale Auswahlentscheidungen und begleitet die Entwicklung skalierbarer Pilotprojekte. Hier wurden auch die konkreten Industrie-Challenges definiert (z. B. Prozesswärme, energieintensive Produktionsschritte, industrielle Abwärme). 

Auf einer Launch-Veranstaltung (D4iD Forum) wurde das Projekt vorgestellt. Start-ups wurden eingeladen, sich für ein achtwöchiges Co-Creation Programm zu bewerben. Die ausgewählten Teilnehmer*innen arbeiteten in Workshops zu:  

  • Marktfit & MVP 
  • Finanzmodellierung 
  • Nachhaltigkeitsintegration 
  • Deep-Tech-Scaling 
  • Internationalisierung 
  • Entwicklung konkreter Pilotprojekte mit Industriepartnern

Anschließend wurden auf einer Roadshow in Deutschland internationale Kooperationen angebahnt und Investorengespräche geführt. Matchmaking-Events für Start-ups, Industrie und Investoren sind geplant.

Das Ergebnis

  • Deutsche Unternehmen haben Zugang zu innovativen Technologien und neuen Lieferanten für Deep-Tech und Dekarbonisierung bekommen und konnten frühzeitig Partner mit internationalem Skalierungspotenzial kennenlernen. So können deutsche Maschinenbau- und Energieunternehmen von neuen Partnern aus Lateinamerika profitieren. 
  • Deutschland profiliert sich darüber hinaus als engagierter Innovationspartner für nachhaltige Industrie. 

Die wichtigsten Erfahrungen

  • Frühzeitige Einbindung der Industrie ist entscheidend für realistische Marktanforderungen. 
  • Deep-Tech-Start-ups benötigen klare Struktur, individuelles Coaching und Zugang zu Pilotierungsumgebungen. 
  • Co-Creation beschleunigt Innovation erheblich, wenn ein neutraler Akteur wie die AHK moderiert. 
  • Internationale Kontakte erhöhen die Skalierungschancen für brasilianische Tech-Lösungen deutlich.

Durch D4iD konnten wir zum ersten Mal unsere Technologie in einem industriellen Umfeld testen. Der Pilot hat unseren Energieeffizienzalgorithmus enorm verbessert – und gleichzeitig die Tür zu deutschen Industriepartnern geöffnet.

— Junior Laury Schwingel, CEO bei der HVB Energy

Die Partner

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