Auf einen Blick
Darum ist dieses Thema wichtig:
Die Welt ist heute von der Gleichstellung der Geschlechter weit entfernt, sowohl wirtschaftlich als auch sozial und politisch. Dies hat unter anderem zur Folge, dass viel wirtschaftliches Potenzial auf der Strecke bleibt.
Diese Wachstumschancen bieten sich:
Unternehmen, die Frauen fördern und Diversität leben, erschließen neue Märkte, gewinnen Fachkräfte, steigern ihre Produktivität und sind somit resilienter.
So können sich Unternehmen engagieren:
Schulungen vor Ort und Mentoring- sowie Führungskräfteprogramme fördern aufstrebende junge Arbeitskräfte, die den eigenen Betrieb bereichern. Initiativen wie die Global Supply Chain Coalition (GSCC) unterstützen bei der Gleichberechtigung entlang der Lieferkette.
Entwicklungspolitik will mit internationalen Partnern gemeinsam Rahmenbedingungen schaffen, die es Menschen ermöglichen, ihr Leben selbstbestimmt und ohne materielle Not zu gestalten. Obwohl die Bedeutung der Gleichberechtigung von Frauen zunehmend anerkannt wird, wird sie im wirtschaftlichen Kontext nicht immer konsequent als wesentlicher Erfolgsfaktor integriert. Auch heute noch bestehen weltweit massive Ungleichheiten. Laut einer Studie der Weltbank genießen Frauen im Schnitt nur zwei Drittel der gesetzlichen Rechte von Männern. In keinem der 190 untersuchten Länder herrscht vollständige Gleichstellung, auch und insbesondere durch Gesetze, die Frauen und Mädchen aktiv unterdrücken. Diese strukturelle Benachteiligung beeinflusst internationale Geschäftsbeziehungen erheblich. Gerade im Bereich Bildung führt sie zu ungleichen Zugangschancen und eingeschränkter Karriereentwicklung, was direkte Folgen für das Fachkräftepotenzial und die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen hat.
Ungleichheit rechnet sich nicht
Wie es um die weltweite wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen steht, zeigen weitere aktuelle Zahlen:
- Von Frauen geführte Unternehmen erhalten 320 Milliarden US-Dollar weniger an Krediten, obwohl Frauen erfahrungsgemäß eher Kredite zurückzahlen als Männer. In Afrika liegt die Investitionslücke zwischen Männern und Frauen bei 42 Milliarden US-Dollar.
- 16 Milliarden Stunden unbezahlte Care-Arbeit leisten Frauen weltweit täglich.
- Frauen verdienen global etwa 20 Prozent weniger als Männer.
Gleichstellung ist also kein Nebenprojekt. Sie ist Teil des Fundaments für stabile, inklusive und zukunftsfähige Gesellschaften und Wirtschaftssysteme. Sie ist eine grundlegende Investition in wirtschaftliche Resilienz, Innovation und nachhaltige Entwicklung.
Seit 2023 verfolgt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Gleichstellung als strategisches Querschnittsziel. Internationale Verpflichtungen wie die CEDAW-Konvention (1979) und das Nachhaltigkeitsziel 5 der Agenda 2030 unterstreichen, wie global relevant und verbindlich das Anliegen ist.
Diversität in Unternehmen: Verantwortung und gleichzeitig Chance
Auch weltweit tätige Unternehmen tragen eine große Verantwortung. In Ländern des Globalen Südens treffen Firmen oftmals auf traditionelle Rollenbilder und rechtliche Einschränkungen, die es Frauen erschweren, ein Einkommen zu erwirtschaften. Hier spielen Unternehmen eine wichtige Rolle, Barrieren abzubauen, faire Arbeitsbedingungen zu etablieren und Frauen zu fördern.
Wenn Unternehmen Gender- und Diversitätsaspekte integrieren, profitieren sie mehrfach davon:
- Fachkräftesicherung durch Gleichstellung: In Zukunftsbranchen wie erneuerbaren Energien oder Kreislaufwirtschaft, bleiben weibliche Fachkräftepotenziale oft ungenutzt. Mit gezielten Qualifizierungsmaßnahmen, fairen Rekrutierungsprozessen und inklusiven Arbeitsmodellen lassen sich Talente aktivieren. Dies stärkt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und fördert außerdem die gesellschaftliche Teilhabe und Stabilität.
- Vielfalt als Wettbewerbsvorteil: Faire, inklusive und familienfreundliche Arbeitsstrukturen machen Betriebe innovativer, wettbewerbsfähiger und resilienter gegenüber Krisen. Sie werden attraktiver für Arbeitnehmende und fördern die Mitarbeiterbindung.
- Marktzugang und Zielgruppenkompetenz: Frauen stellen in vielen Branchen eine zentrale Konsumentinnen-Gruppe dar. Unternehmen, die ihre Produkte, Kommunikation und Markenführung nach Diversity-Gesichtspunkten gestalten, erschließen neue Märkte und stärken die Kundenbindung – insbesondere in konsumorientierten Sektoren. Zahlreiche Unternehmen haben diese Vorteile bereits erkannt, und verbessern das Leben von Frauen entlang ihrer Lieferkette und fördern weibliche Führungskräfte oder Mitarbeiterinnen im Betrieb.

Grafik angepasst nach einer Vorlage von plan p GmbH, lizenziert unter CC-BY 4.0. © UN Women
Beratungsangebote und Förderprogramme
Die gerechte Teilhabe in der Wirtschaft bietet enorme Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Innerhalb dieses Win-Win-Ansatzes können Sie an drei zentralen Handlungsfeldern ansetzen:
- Verbesserung der Beschäftigungs- und Einkommenschancen von Frauen, zum Beispiel durch Qualifikationen
- Stärkung weiblicher Führung und unternehmerischer Tätigkeit
- Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die gezielt auf die Bedarfe von Frauen ausgerichtet sind
Die Agentur für wirtschaftliche Entwicklung (AWE) berät Sie dazu und organisiert darüber hinaus Netzwerkformate, die Frauen gezielt Raum zum Austausch und gemeinsamen Lernen bieten. Ebenfalls initiiert und begleitet die AWE Co-Creation-Prozesse, in denen sie gemeinsam mit Wirtschaftsakteur*innen im Bereich Gender und Diversity innovative Projekte entwickelt.
Die AWE berät interessierte Unternehmen zu Trainings, Initiativen sowie zu Mentoring- und Förderprogrammen mit Gender und Diversity-Schwerpunkt:
develoPPP
Global Supply Chain Coalition (GSCC)
African Girls Can Code Initiative (AGCCI)
Ouissal
Women Going Digital
Gerechtigkeit entlang der Lieferkette – Die Global Supply Chain Coalition
Im Jahr 2025 hat UN Women gemeinsam mit der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung die Global Supply Chain Coalition ins Leben gerufen. Die Koalition unterstützt Unternehmen dabei, Geschlechtergerechtigkeit strategisch in globalen Lieferketten zu verankern, mit dem Ziel, diese nachhaltiger und resilienter zu gestalten. Konkret setzt die Koalition an drei Stellen an: der Identifikation von Risiken und Chancen entlang der Lieferkette, der Entwicklung wirksamer Maßnahmen zur Förderung von Gleichstellung sowie der Stärkung inklusiver Rekrutierungs- und Weiterbildungsprozesse. Dadurch entsteht ein entscheidender Beitrag zu Unternehmensleistung, Risikomanagement, Compliance und langfristige Wertschöpfung.

























