Auf einen Blick
Darum ist dieses Thema wichtig für deutsche Unternehmen:
Nachhaltige Lieferketten sichern nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern stärken zugleich die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Wer zudem seine Lieferantenbasis diversifiziert, macht sich unabhängiger von einzelnen Märkten oder Regionen – und bleibt auch in Krisenzeiten handlungsfähig.
Diese Wachstumschancen bieten sich:
Wer internationale Standards beachtet, gewinnt neue Märkte und spart durch effiziente Prozesse, Ressourcenschonung und Abfallvermeidung Kosten.
So können sich Unternehmen engagieren:
Lieferketten prüfen, CO₂-Bilanz und Arbeitsbedingungen im Blick behalten und zugleich eigene Abläufe optimieren. So wird Nachhaltigkeit zum Erfolgsfaktor.
Globalpolitische Veränderungen und Krisen treffen auch Lieferketten von deutschen Unternehmen. Dementsprechend sinnvoll ist es für global agierende Firmen, ihre Lieferketten zu diversifizieren. Insbesondere Partnerschaften mit dem Globalen Süden bieten hier Chancen, unabhängiger von einzelnen Märkten zu werden.
In diesem Kontext verdeutlichen Gesetze wie das deutsche Lieferkettengesetz oder die EU-Richtlinie: Unternehmen tragen große Verantwortung – im eigenen Betrieb (CSRD, EU-Taxonomie) ebenso wie entlang der gesamten Lieferkette (Lieferkettengesetz, Corporate Sustainability Due Diligence Directive – CSDDD).
Denn damit Kooperationen langfristig erfolgreich sind, sollten sie auf Augenhöhe gestaltet werden. Das bedeutet: faire Arbeitsbedingungen sichern, CO₂-Emissionen und Abfälle reduzieren, umweltfreundliche Prozesse einführen.
Gleichzeitig sind Unternehmen verpflichtet, ihre Maßnahmen transparent zu dokumentieren und offenzulegen. Klar, das erhöht den bürokratischen Aufwand – eröffnet aber vor allem Chancen: Firmen, die jetzt handeln, können sich als zukunftsfähige Vorreiter positionieren und langfristig Kosten sparen.
Potenziale nachhaltiger Lieferketten
Europa spielt dabei eine Schlüsselrolle: Als zweitgrößter Exporteur und drittgrößter Importeur weltweit beeinflusst die Europäische Union (EU) maßgeblich die Wirtschafts- sowie die Umwelt- und Sozialbilanzen anderer Länder. Rund 80 Prozent des Welthandels laufen über globale Liefer- und Wertschöpfungsketten – eine Lebensgrundlage für mehr als 450 Millionen Menschen, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Die Schattenseite: In vielen Regionen herrschen schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne und fehlende Sicherheit. Weltweit arbeiten rund 80 Millionen Kinder in ausbeuterischen Jobs. Zum Vergleich: Der Lohnanteil einer Näherin in der T-Shirt-Produktion beträgt im Schnitt gerade einmal 0,6 Prozent. Gleichzeitig belasten Lieferfahrzeuge, Chemikalien und Abfälle die Umwelt massiv. Besonders kritisch: Die Emissionen aus Lieferketten sind nach Angaben von CDP Worldwide durchschnittlich 11,4-mal höher als die direkten Emissionen eines Unternehmens.
Kosten sparen, Risiken absichern – und diversifizieren
Wer nachhaltig wirtschaftet, profitiert auf mehreren Ebenen: Ein kluger Umgang mit Ressourcen senkt nicht nur den Verbrauch und damit die Kosten, sondern steigert auch die Effizienz im gesamten Betrieb. Schlankere Prozesse sparen Zeit, verringern den Verwaltungsaufwand und machen Unternehmen agiler. Gleichzeitig führt weniger Abfall zu niedrigeren Entsorgungskosten und reduziert Umweltbelastungen – ein Vorteil, der sich sowohl in der Bilanz als auch im Image bemerkbar macht.
Ebenso wichtig ist die Diversifizierung der Lieferketten. Unternehmen, die ihre Bezugsquellen auf mehrere Partner, Regionen oder Produktionsstandorte verteilen, machen sich unabhängiger von geopolitischen Spannungen, Naturkatastrophen oder Lieferengpässen. Die pandemiebedingten Engpässe haben eindrücklich gezeigt, wie riskant einseitige Abhängigkeiten sein können. Wer breit aufgestellt ist, bleibt lieferfähig – und gewinnt im Wettbewerb.
Darüber hinaus stärken nachhaltige Lieferketten die Widerstandskraft: Abhängigkeiten werden reduziert, Partnerschaften transparenter und stabiler. Starke Beziehungen zu Lieferanten schaffen Vertrauen, verbessern die Zusammenarbeit und helfen, Krisen wie Lieferengpässe oder neue regulatorische Anforderungen souverän zu meistern. Nachhaltigkeit wird so zur strategischen Versicherung. Gleichzeitig gilt: Fairness ist gefragt. Kund*innen, Investor*innen und Mitarbeitende achten heute mehr denn je auf Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Lieferketten.
Nachhaltige Partnerschaften können nur halten und wachsen, wenn sie als Win-Win angelegt sind. Unternehmen sollten lokale Akteure sollten nicht nur als reine Zulieferer, sondern im Idealfall als gleichwertige Partner in einer nachhaltigen wirtschaftlichen Beziehung sehen. Faire Bedingungen, transparente Kommunikation und gemeinsame Wertschöpfung fördern Vertrauen, Stabilität und soziale Gerechtigkeit und tragen dazu bei, dass globale Lieferketten nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ethisch tragfähig sind. Unternehmen, die hier glaubwürdig vorangehen, steigern nicht nur ihr Image, sondern binden auch neue Kundschaft und Talente.
So etablieren Sie resiliente und nachhaltige Lieferketten
- Transparenz schaffen: Erfassen Sie alle Stufen und Partner der Lieferkette.
- Risiken bewerten: Analysieren Sie Umwelt- und Sozialauswirkungen.
- Standards setzen: Definieren Sie Ihre Nachhaltigkeitsziele klar und sichern Sie sie vertraglich ab.
- Lieferanten stärken: Fördern Sie die Zusammenarbeit mit Ihren Lieferanten, überprüfen Sie deren Leistung hinsichtlich Nachhaltigkeit und bauen Sie, wenn nötig, Kompetenzen auf.
- Flexibel bleiben: Diversifizieren Sie Ihre Lieferantenbasis und bereiten Sie sich auf ungeplante Ereignisse oder Krisen vor.
Beratung zu Sorgfaltspflichten für deutsche Unternehmen
Der Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte berät Unternehmen kostenfrei, individuell und vertraulich bei der Umsetzung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfalt.
Zum Angebot gehören neben der Beratung auch Veranstaltungen, Schulungen, Workshops sowie kostenfreie Online-Tools:
CSR Risiko Check
KMU Kompass: Sorgfalts-Kompass
KMU Kompass: Standards-Kompass
Praxislotse
Online-Kurs WiMR
Mehr sorgfaltspflichten-konforme Investitionen in Partnerländern
Sie wollen loslegen und ihre Lieferketten nachhaltig gestalten? Die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE) ist Ihre erste Anlaufstelle und berät Sie zu möglichen nächsten Schritten, vermittelt Sie an Ansprechpersonen und gibt Ihnen einen Überblick, welche Förderung am besten zu Ihnen passt.
Diese Förderprogramme stehen Ihnen offen:
develoPPP
Das Programm fördert Unternehmen, die Umwelt- und Sozialstandards in ihrer Lieferkette verbessern wollen, mit bis zu zwei Millionen Euro.
Mehr lesenImpactConnect
Das Programm fördert Unternehmen mit attraktiven Darlehen bei Investitionen im globalen Süden. Sie erhalten Zinsvergünstigungen bei Umsetzung von Maßnahmen zu fairen und umweltbewussten Lieferketten, die über Länder- und Branchenstandards hinausgehen.
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Resource and Energy Efficiency Advisory Service
Mit dem Resource and Energy Efficiency Advisory Service unterstützt DEG Unternehmen dabei, Ressourcen und Ihre Energie effizienter einzusetzen und Kosten zu reduzieren. Ein*e Berater*in empfiehlt vor Ort mögliche Maßnahmen.
Mehr lesenDeutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)
Sie wollen eine Nachhaltigkeitsstrategie aufbauen und eine Berichterstattung einrühren? Mit dem DNK können Sie selbst Berichte erstellen und Berichte einsehen, die nach dem DNK-Standard entstanden sind.
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