Das Unternehmen

Know-how aus Mecklenburg-Vorpommern
Die mele-Gruppe plant, realisiert und betreut in Norddeutschland und weltweit Projekte in der Gebäude- und Energietechnik oder im Anlagenbau für erneuerbare Energien.
Seit 2015 engagiert sich das Unternehmen mit Sitz in Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern) auch in Brasilien. Dort entstehen in den kommenden Jahren unter der Projektleitung von Helmut Tündermann bis zu 33 Anlagen, die aus tierischen Abfällen – insbesondere aus der Schweinehaltung – Biogas herstellen. Ziel ist es, zwei Herausforderungen gleichzeitig zu bewältigen: die nachhaltige Entsorgung landwirtschaftlicher Abfälle und die Bereitstellung grüner Energieträger für eine klimafreundliche Industrie und Mobilität.
Die Challenge
Wohin mit der Gülle?
Im Bundesstaat Paraná, einem Zentrum der Fleischproduktion, fallen jedes Jahr enorme Mengen an tierischen Abfällen an. Bislang wurden diese Stoffe kaum nachhaltig verarbeitet. Stattdessen setzen sie durch unkontrollierte Vergärung klimaschädliche Treibhausgase wie Methan und Lachgas frei, während stickstoffhaltige Flüssiggülle Böden, Flüsse und Grundwasser belastet.
Für die Landwirtschaft in Brasilien ist die Situation zunehmend problematisch, zumal neue Vorschriften eine nachhaltigere Entsorgung verlangen. Hier setzt das Vorhaben von mele an.
Tierische und pflanzliche Abfälle in der Region um Toledo (Paraná) pro Jahr
Der Projektansatz
Bis 2033 will die mele-Gruppe in Paraná bis zu 33 Biogasanlagen bauen. In diesen wird aus Gülle zunächst Biogas und in weiteren Schritten Biomethan und Kohlenstoff hergestellt. Beide werden zur Produktion von Wasserstoffderivaten verwendet. Dazu zählen zum Beispiel Biomethanol oder synthetisches Flugbenzin (SAF), aber auch Biosyncrude. Bei SAF handelt es sich um ein Produkt des Fischer-Tropsch-Verfahrens. Über verschiedene Verfahrensstufen wird H₂ und CO₂ gewonnen, welches dann in der Fischer-Tropsch-Synthese zu dem Wasserstoffderivat SAF verarbeitet wird. Letzteres kann per Tankschiff nach Europa exportiert werden, und dort dem herkömmlichen Kerosin beigemischt zu werden.
Die Umsetzung
Investoren willkommen
Die erste Biogasanlage soll Ende 2026 in Betrieb gehen. Dafür kooperiert mele mit über 5.000 lokalen Erzeugern in 18 Gemeinden, die ihre Gülle zur Verfügung stellen. Flüssige Gülle wird über Rohrleitungen direkt in die Anlagen geleitet, feste Stoffe per Lkw.
Die Regierung von Paraná unterstützt das Projekt aktiv: Landwirte sind gesetzlich verpflichtet, ihre Abfälle nachhaltig zu entsorgen und sehen in der Zusammenarbeit mit mele eine attraktive Lösung.
Zusätzlich setzt das Unternehmen auf Kooperationen mit Partnern aus dem Energie-, Luftfahrt- und Schifffahrtssektor, die grünen, biogenen Wasserstoff und seine Derivate nutzen oder als Investoren auftreten.
Das Ergebnis
- Die 33 Biogasanlagen von mele sollen jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen CO₂-Emissionen einsparen.
- Mele unterstützt tausende Betriebe dabei, ökologische Vorgaben einzuhalten.
- Der Import von grünem, biogenem Wasserstoff und seinen Derivaten (zum Beispiel Biomethanol, synthetisches Kerosin) trägt dazu bei, die ehrgeizigen deutschen und europäischen Dekarbonisierungsziele im Verkehrs- und Industriesektor zu erreichen.
- Der Bau der Anlagen war für mele ein wichtiger Schritt, um eine skalierbare Wertschöpfungskette für grünen, biogenen Wasserstoff aufzubauen und die Marktposition im internationalen Energiesektor zu stärken.
Die wichtigsten Erfahrungen
Das Projekt zeigte dem Unternehmen, wie wichtig Unternehmenskooperationen und politische Unterstützung vor Ort sind. „Uns kam entgegen, dass die Regierung in Paraná neue Regeln aufgestellt hat: Landwirte, die nachhaltiger produzieren sollen, müssen Gülle ordnungsgemäß entsorgen und interessieren sich deshalb sehr für unser Vorhaben“, sagt Helmut Tündermann.
Technologisch war das Projekt anspruchsvoll, da Spezialkomponenten in Brasilien kaum verfügbar waren und von europäischen Partnern beschafft werden mussten. Viele von ihnen haben die Marktchancen aber schon erkannt und bauen nun Fertigungskapazitäten vor Ort auf.
Die Partner
mele Unternehmensgruppe
Geschäftsidee, Know-how und Investitionen entspringen dem unternehmerischen Engagement von mele.
Mehr lesenDeutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Die GIZ unterstützte das Projekt im Rahmen des International Hydrogen Ramp-up Programms (H2Uppp) des Bundeswirtschaftsministeriums.
Mehr lesenInvestieren Sie in grünen Wasserstoff und informieren Sie sich über das Förderprogramm H2Uppp!
Mehr erfahren

















