Das Unternehmen

Ein „Musterhaus“ zeigt, wie es geht
Die Enapter AG setzt seit 2017 auf hocheffiziente Wasserstoffgeneratoren, sogenannte Elektrolyseure, um grünen Wasserstoff kostengünstig verfügbar zu machen. Die patentierte Anionenaustauschmembran-(AEM)-Technologie macht’s möglich: Statt großer Industrieanlagen kommt ein Baukastenprinzip zum Einsatz – flexibel skalierbar und weltweit einsetzbar. Da das Unternehmen mit Sitz in Pisa und Saerbeck nur einen sogenannten „Core“ einer Größe herstellt, kann das Unternehmen größere Mengen davon produzieren und so die Kosten senken.
Der Ursprung dieser Idee liegt in Thailand: Gründer Sebastian-Justus Schmidt entwickelte dort mit dem Phi Suea House das erste wasserstoffbasierte Wohnhaus der Welt: Sonnenlicht und Regen decken vollständig den Energie- und Wasserbedarf des Geländes – unterstützt durch Enapters Elektrolysetechnologie. Dieses Pilotprojekt wurde zum Fundament für Enapters Ansatz und Mission. Heute zählt das Unternehmen mit über 5.000 ausgelieferten Systemen in rund 55 Ländern zu den führenden Akteuren der Branche.
Die Challenge
Wasserstoff ist schwierig
Der weltweite Markt für Wasserstoff ist weiterhin im Entstehen und fragil. Energiespeichersysteme mit Wasserstoff gelten heute grundsätzlich als teurer als fossile Brennstoffe – und scheinen daher für Länder im Globalen Süden häufig unerschwinglich. Transportkosten, die häufig unterschätzt werden, spielen dabei eine große Rolle. Enapters modulare Systeme sind besonders geeignet für kleinere, dezentrale Anwendungen. Energie kann also dort produziert werden, wo sie benötigt wird. Das ist ideal für Regionen mit begrenztem Netzausbau oder in ländlichen Gebieten. Thailand hatte sich daher besonders als Modellregion für weitere Projekte angeboten.
Der Projektansatz
Know-how im Zukunftsmarkt aufbauen
Seit 2022 fördert das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen seines International Hydrogen Ramp-up Programms (H2Uppp) grünen Wasserstoff in Thailand. Das Programm unterstützt Unternehmen dabei, zukunftsweisende Projekte zur Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff und Power-to-X-Anwendungen in Schwellen- und Entwicklungsländern zu identifizieren und entwickeln. Davon profitierten auch die Enapter AG und ihre Partner, die mit Unterstützung von H2Uppp ein Trainingszentrum in Chiang Mai ins Leben gerufen haben.
Südostasien gilt also als vielversprechender Zukunftsmarkt für grüne Energie. So hat sich Thailand zum Ziel gesetzt, bis 2050 Netto-Null Emissionen zu erreichen. Gleichzeitig steht die Region vor Herausforderungen beim Know-how und beim Aufbau entsprechender Infrastrukturen.
Dieses Projekt wird wie ein grüner Wasserstoff-Leuchtturm für die Region wirken.
Die Umsetzung
Wissenstransfer und Fachkräfteentwicklung
Seit 2023 betreibt Enapter im thailändischen Chiang Mai gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein Schulungszentrum, das Wissen und Technologie für eine grüne Wasserstoffzukunft in die Region bringt.
Zusammen mit dem Energy Research and Development Institute (ERDI) der Universität Chiang Mai bildet Enapter lokale Fachkräfte in Planung, Bau und Betrieb von Wasserstoffsystemen aus – ein entscheidender Beitrag zum Aufbau einer nachhaltigen Energiezukunft in der Region.
Im Vorfeld stellten Enapter und die GIZ in der neu geschaffenen Wasserstoffwerkstatt auf dem Gelände von ERDI ein modernes, voll funktionsfähiges Wasserstoffsystem zur Verfügung. Es dient Trainingsmodulen zur physischen Systeminstallation, zum Betrieb und zur Instandhaltung sowie zur sicheren Handhabung von Wasserstoff. Gleichzeitig begleiteten die Projektpartner den Wissenstransfer zu Wasserstoff und die Ausbildung von Trainern der Universität Chiang Mai durch internationale Experten.
Das Ergebnis
- Bis heute wurden im Trainingszentrum ungefähr 150 Menschen fortgebildet. Viele von ihnen arbeiten am Aufbau der thailändischen Wasserstoffinfrastruktur mit, etwa beim staatlichen Stromversorger Electricity Generating Authority of Thailand (EGAT).
- Schnell entwickelte sich das Ausbildungszentrum zu einem Treffpunkt für Energiefachleute aus ganz Südostasien, die sich von Innovation „Made in Germany“ überzeugen konnten. Die Enapter AG konnte so neue Kundenkontakte knüpfen, vor allem in Asien.
- Ausbildungszentren wie in Chiang Mai verbreiten Wissen über Technologie. Das hilft beim Aufbau des Marktes und verringert langfristig die Preise. Davon profitieren auch deutsche Unternehmen.
- Durch das Enapter-Projekt hat die europäische Technologie ein wirksames Vorzeigeprojekt in Südostasien bekommen.
Die wichtigsten Erfahrungen
Anhand eines „Musterhauses“ konnte die Enapter AG bislang deutlich mehr als 2.000 Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft am „lebenden Objekt“ demonstrieren, wie gut die AEM-Elektrolyseure funktionieren. Das überzeugte die Partner.
Das Interesse von Trainingsteilnehmern aus einer Vielzahl von südostasiatischen Ländern zeigt, welche bedeutende Rolle innovative und nachhaltige Energietechnologielösungen für den südostasiatischen Markt haben.
Die Region wird damit ein zunehmend wichtiger Markt für europäische Technologielieferanten, die sich jedoch in Konkurrenz mit japanischen und chinesischen Markteilnehmern befinden.
Generell sieht Sebastian-Justus Schmidt China als Treiber der Entwicklung in der Region. Die Kostendiskussion werde in Asien unter besonderem Druck geführt: China habe erhebliche Anstrengungen unternommen, die Wasserstoffwirtschaft in der Region zu fördern.
Die Partner

Enapter AG
Die Enapter AG stellte unter anderem die Hardware und entwickelte die technologiebezogenen Schulungsinhalte.
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Energy Research and Development Institute (ERDI) der Universität Chiang Mai (CMU)
Das ERDI führte u.a. die Schulungen durch und stellt die Räumlichkeiten bereit.
Mehr lesenDeutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Die GIZ übernahm im Rahmen des International Hydrogen Ramp-up Program (H2Uppp) die Entwicklung von Schulungskursen und Training für Ausbilder*innen.
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