Die Idee
Jeder vierte Mensch, das sind rund 2,1 Milliarden weltweit, ist nicht verlässlich mit sauberem Trinkwasser versorgt, an sanitäre Einrichtungen ist schon gar nicht zu denken, wie ein UN-Bericht zeigt. Die meisten von ihnen leben in Afrika. Besonders abseits der großen städtischen Zentren sind viele abgeschnitten von Trinkwasserleitungen. Die Wiederaufbereitung von Wasser würde viele Probleme lösen. Die Verfahren der UST Umweltsystemtechnik GmbH könnten dabei helfen.
Die Challenge
Wasser ein knappes Gut – für Mensch und Wirtschaft
Im Senegal, wo Wasser ein knappes Gut ist, fehlen Aufbereitungsanlagen für gebrauchtes Wasser. Auch Verantwortliche in Krankenhäusern und Krankenstationen müssen weit fahren, um kontaminierte Abwässer klären zu lassen. Dazu kommt, dass es gleichzeitig an Energieversorgung mangelt. Pumpen, Filter- und Desinfektionsanlagen können ohne Elektrizität nicht betrieben werden.
Weiterhin setzen Aquakultur- und Fischzucht, die für wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung sorgen, eine konstante Wasserqualität voraus. Fischzucht ist weltweit und in Afrika ein wachsendes Geschäftsfeld. Der Aufbau und Betrieb einer Fischfarm ist einfach und planbar. Ein wichtiger Faktor dabei ist jedoch die Wasserqualität in den Fischbecken. Intensive Bewirtschaftung führt zu einer hohen biologischen Belastung des Wassers unter anderem durch Huminstoffe, die durch die Ausscheidungen der Fische freigesetzt werden.
Der Projektansatz
Boreal Light und UST entwickeln solarbetriebene Wasserentkeimungsanlagen
Entwicklung von solarbetriebene Wasserentkeimungsanlagen mit ultravioletter Strahlung und Ozon zur Desinfektion. Die Anlagen können für eine Vielzahl von Anwendungen genutzt werden: Behandlung von Trinkwasser, Abwasser, industrielle Prozesswässer, Kühlwasser, Waschanlagen für Obst und Gemüse, Wasser in Fischzuchtanlagen. Boreal Light sollte solarbetriebene Umkehrosmoseanlagen liefern und UST fügte die die darin integrierte UV-Desinfektion sowie solargesteuerte Ozonanlagen für die Behandlung der Krankenhausabwässer hinzu.
Die Umsetzung
Wirksamkeit vor Ort demonstrieren
Für die Einführung der Anlagen in Senegal wurden zwei Projekte mit verschiedenen Anwendungsbereichen gewählt, die sich besonders dafür eignen, große Zielgruppen in relevanten Bereichen anzusprechen. Die Projekte sollen als Referenz für zukünftige kommerzielle Projekte dienen. Weil hygienisches Trinkwasser in weiten Teilen des Landes nicht zur Verfügung steht, soll eine Anwendung die Trinkwasserdesinfektion demonstrieren. Dafür konnte eine Entbindungsstation in Kafountine, Casamance (Centre de Santé Kafountine) genutzt werden. An die Wasserversorgung ist außerdem eine Grundschule angeschlossen, die ebenfalls von dem Projekt profitieren wird.
Die zweite Installation ist in einer Berufsschule für Mädchen in Kafountine. Unter anderem gibt es hier eine Ausbildung für angehende Fischzüchterinnen. Die Wasserqualität des in der Schule vorhandenen Beckens für Aquakulturen wurde mit Hilfe der Anlage verbessert. Der Einsatz der Anlagen im Bereich Aquakultur soll demonstrieren, dass sich durch professionelle Technik die Erträge erhöhen lassen. Ozon zersetzt die Ausscheidungsstoffe der Fische und stabilisiert die Wasserqualität.
Das Ergebnis
- 2021 wurden 28 Krankenhäusern in Kenia und Tansania mit diesen Anlagen ausgestattet (Desinfektion von Abwässern und Aufbereitung von Trinkwasser der Krankenhäuser). Täglich profitieren mindestens 2.000 Menschen davon.
- 2018 Tansania: Im Rahmen eines develoPPP.de wurden 15 Wasserkioske in Arusha mit kleinen solarbetriebenen UV-Tauchlampen ausgestattet, um die Desinfektion des verkauften Wassers zu gewährleisten
- 2016 Sansibar: Überholung einer kommunalen Brunnenanlage und Ausstattung mit drei UV-Desinfektionsanlagen
- Anpassung und Weiterentwicklung von Technologien
- Generierung neuer Partnerschaften zum Vertrieb (B2B), zur Installation und Wartung
- Beförderung von Aquafarming (in mindestens 2 Schulen)
- Qualifizierung von lokalen Fachkräften zur Installation, Wartung und Reparatur der Anlagen
Die wichtigsten Erfahrungen
Neue Märkte in Subsahara Afrika zu erschließen erfordert langen Atem. Markterkundungsreisen (organisiert von der AWE im November 2022 in den Senegal), B2B Meetings mit potenziellen Partnern, Sondierung von Bedarfen vor Ort waren wichtige Meilensteine, um eine Lösung zu entwickeln, die an die Gegebenheiten des Marktes angepasst ist.
Dann ging es darum eine passende Strategie zu entwickeln und ein Pilotprojekt umzusetzen. Dabei hat die Beratung der AWE zu den Förderinstrumenten geholfen. Eine Geschäftsanbahnungsreise (organisiert von der AWE im Februar 2024 in die Côte d‘Ivoire) vertiefte die Kontakte zu Institutionen, Partnern und Akteuren vor Ort.
Die Teilnahme an von der AWE organisierten Netzwerkveranstaltungen (2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023, 2024) ermöglichte UST den Zugang zu Partnern. Eine Kooperation mit dem Systemanbieter Boreal Light und ein develoPPP-Projekt (Beratung und Konzeptentwicklung mit AWE) ermöglichte den Markteintritt in Ostafrika.
Bei der letzten Netzwerkveranstaltung Afrika im Dezember 2024 konnte UST den Kontakt zum Wirtschaftsnetzwerk Afrika herstellen und wurde zu den Beratungsgutscheinen Afrika beraten. Daraus erfolgt ein Projekt für die Ausstattung von Wassertanks in Senegal mit den Sterilisierungsanlagen von UST. Eine weitere Etappe war die Markterkundung im anglophonen Westafrika und die Teilnahme an der von der AWE finanzierten Unternehmerreise nach Ghana (November 2025).
Die Partner
Agentur für Wirtschaft und Entwicklung
Die AWE hat die Projektpartner zusammengebracht und begleitet den Prozess von der Markterkundung über die Unterstützung der Umsetzung bis zur Skalierung.
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UST Umweltsystemtechnik GmbH
Die UST Umweltsystemtechnik GmbH hat das technische Verfahren zur UV-Desinfektion sowie solargesteuerte Ozonanlagen entwickelt und war zentraler Projektpartner.
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